Mord Well done

Ihr Blick wanderte unruhig durch den Speisesaal, über runde Esstische unter langen, zartrosafarbenen Tischdecken und bequeme Stühle mit einer Polsterung aus karierter Shantungseide, farblich genau abgestimmt auf die gerafften Vorhänge mit Fransenbesatz, Quasten und einem kontrastierenden Futterstoff. Dieses mit sicherem Geschmack gewählte Dekor stand in keinem Verhältnis zum Rest des Hotels oder zu den Speisen, die ihnen serviert wurden und die zu den schlechtesten gehörten, die man Darina je vorgesetzt hatte.

Sie hatten das Tagesmenü gewählt, nachdem der erste Eindruck so vielversprechend gewesen war. Für die Feinschmecker-Szene musste es ein Ereignis sein, wenn ein kleines Hotel im Herzen des ländlichen Somerset sich die Mühe machte, sein Restaurant so stilvoll einzurichten und so einfallsreiche Speisen anzubieten.

Leider hatte der Einfallsreichtum das Können jedoch weit hinter sich gelassen. Das wurde bereits bei der Vorspeise offenkundig: Avocado und Mango auf Estragoncreme – zwei dicke Fruchtscheiben mit einem Klecks Frischkäse und ein paar getrockneten Kräutern.

Darina hatte bald ihren Versuch aufgegeben, diese Kreation zu verspeisen, und resigniert die Gabel sinken lassen. »Es gehört ein anständiges Dressing dazu«, klagte sie. »So, wie es ist, ist es ziemlich … ziemlich …« Sie zögerte und warf dem Mann, der sie zu diesem Essen eingeladen hatte, einen schrägen Blick zu.

»Widerlich?« schlug dieser mit undurchdringlicher Miene vor.

»Vielen Dank, Liebling, das ist genau das Wort, das ich gesucht habe.«

»Wenn ein miserables Essen bewirkt, dass du mich Liebling nennst, sollte ich dich öfter hierher einladen.«

»Wenn ich dich richtig verstanden habe, möchtest du doch, dass ich mich an diesem Hotel beteilige – in dem Fall wäre ich immer hier.«

Der Fisch war unschuldig. Sein festes weißes Fleisch lag frisch und appetitlich auf dem Teller. Schuld war die Sauce. »Glattbutt in Champagner, mit Zitrone und Thymian – klang irgendwie interessant und kreativ«, meinte Darina kläglich. Sie probierte einen weiteren Bissen, als könne sie nicht glauben, dass der erste so grässlich geschmeckt hatte.

Ihr Begleiter stocherte mit der Gabel in der fragwürdigen Komposition herum. »So zu tun, als hätte das hier irgendwas mit Sekt gemeinsam, ist eine Beleidigung für jede halbwegs anständige Flasche Schampus. Und warum ist die Sauce so merkwürdig zähflüssig?«

»Wahrscheinlich wurde sie mit Stärkemehl eingedickt, und davon reichlich. Genauso großzügig ist man mit dem Thymian gewesen – hier, das ist ja praktisch ein ganzer Zweig!« Darina hielt mit der Gabel einen Stängel in die Höhe, der mit winzig kleinen grünen Blättchen bedeckt war, ließ ihn wieder auf den Teller sinken und nahm eine geringelte Zitronenschale auf. »Sieh dir das mal an! Mehr Mark als Schale, dick genug, um Marmelade daraus zu machen – und außerdem noch unblanchiert, deshalb schmeckt sie so bitter. Der Champagner, falls es überhaupt welcher ist, hat gar keine Chance dagegen. Schade, denn der Fisch selbst ist hervorragend; es ist wirklich eine Schande!«

»Das hieße ja, ich bekäme jeden Tag das reinste Menü aus Koseworten!« Er grinste sie fröhlich an.

»Nicht ganz, denn wenn ich hier wäre, würdest du nicht so ein miserables Essen serviert bekommen.«

»Sind Sie fertig?«, fragte die Bedienung mit einem Blick auf ihre nicht einmal halbleeren Teller: »Ich hab‘ dem Koch gesagt, es würde nicht funktionieren. Ich meine, Avocado und Garnelen sind eine Sache, aber so ein ausgefallenes Zeug wie das da will doch hier keiner.« Sie hatte die Vorspeise abgeräumt, das Hauptgericht gebracht und war dann, lässig an eine der schönen Anrichten gelehnt, stehengeblieben, wo sie begann, sich die Fingernägel zu säubern.

Es waren noch drei weitere Tische besetzt. Zwei Geschäftsleute hatten das Tagesmenü mit Steak gewählt, das als Alternative zum Fisch angeboten wurde, wobei sie mehr mit Reden als mit Essen beschäftigt waren. Einer der Männer war groß und stämmig und hatte ein Geschwür hinter dem Ohr; sein Begleiter war kleiner, sah aus wie ein Wiesel und hatte die Angewohnheit, nervös mit den Augen zu zwinkern und wild mit der Gabel herumzufuchteln, um seinen Worten Nachdruck zu verleihen.

An den beiden anderen Tischen saß jeweils ein einzelner Gast. Der eine, ein dünner Mann, aß sein Menü mit großer Hingabe, während seine Blicke den Raum durchmaßen und die Einrichtung sowie die anderen Gäste mit Forscherblick studierten. Der andere war klein und untersetzt, hatte eine auffällig zarte Haut und ein freundliches Gesicht. Um seinen ansonsten fast kahlen und glänzenden Schädel kringelten sich ein paar Büschel mausgrauer Haare. Darina registrierte mit Interesse, dass ihm eine Suppe und ein Hackfleischauflauf serviert worden waren, was beides nicht auf ihrer Speisekarte stand; und entweder waren diese Gerichte so viel besser als das, was sie bekommen hatten, oder seine Toleranz so viel größer – jedenfalls aß er mit offensichtlichem Genuss und nahm zum Schluss sogar noch ein Stück Brot, um damit den letzten Rest der Sauce vom Teller zu tunken.

»Hat es Ihnen nicht geschmeckt?«, fragte die Bedienung, während sie Darinas kaum angerührtes Fischgericht abräumte.

»Nein, tut mir leid, das kann ich wirklich nicht behaupten«, gab sie zu.

»Der Herr dort drüben hat auch nicht aufgegessen«, meinte die junge Frau und zeigte auf den dünnen Mann. »Der Koch wird furchtbar enttäuscht sein.« Das schien sie jedoch nicht allzu sehr zu bekümmern, denn ihr volles Gesicht unter dem gelbblonden Haarschopf strahlte fröhlich.

»Pudding oder Käseplatte? Es gibt auch noch Eiscreme oder die Spezialität des Hauses, Feigentorte mit Johannisbeer-Coo… Coo… ooh … Ich wusste, dass ich mir nie merken würde, wie das Zeug heißt.«

»Coulis?«, half Darina.

»Genau! Das ist es, Feigentorte mit Johannisbeer-Coulis.« Sie warf ihnen ein besonders strahlendes Lächeln zu und blieb wartend an ihrem Tisch stehen, die schmutzigen Teller auf einem Arm balancierend.

»William?« Darina sah ihren Begleiter fragend an.

»Ich werde auf Nummer Sicher gehen und die Käseplatte nehmen.«

»Feigling! Ich probier‘ die Torte.«

»Ja, trau‘ dich nur!«

Aus den Augenwinkeln sah Darina, wie der ältere, dickliche Mann der Serviererin hinterherschaute, die mit wiegenden Hüften durch den Raum ging, wobei sich der kurze, schwarze Rock bedenklich über ihrem ausladenden Hinterteil spannte. Als sie hinter der Tür zur Küche verschwunden war, wandte er seine Aufmerksamkeit wieder seinem Teller zu, auf dem etwas lag, das aussah wie Apfelstreusel.

Die Käseplatte war mehr als annehmbar. Sie bestand aus einem ausgezeichneten Cheddar, einem Coleford und einem mild-würzigen Schimmelkäse aus Schafsmilch.

Mit der Feigentorte sah es allerdings etwas anders aus.

»Also wirklich, William«, meinte Darina nach dem ersten

Bissen. »Du kannst doch nicht allen Ernstes glauben, ich sei daran interessiert, mich an einem Unternehmen zu beteiligen, das so etwas hier als »Spezialität des Hauses« anbietet.« Angewidert schob sie den Teller von sich, auf dem ein flaches, mit geschnittenen Feigen belegtes Teigstück lag, über das eine lilafarbene, klebrig-süße Masse gegossen war.

»Das sieht nicht nur aus wie Pappe, es hat auch die Konsistenz und den Geschmack von Pappe, und das Johannisbeeraroma schlägt die Feigen restlos tot.«

Ihr Begleiter war ein hochgewachsener junger Mann Anfang dreißig mit dunklen Locken, silbrig-grauen Augen, die manchmal eher grün oder blau schimmerten, und einem gewinnenden Lächeln.

»Du kannst ein Hotel nicht ausschließlich nach seinem Essen beurteilen.«

»Für mich gehört das zu den wichtigsten Kriterien überhaupt. Essen ist etwas ganz Elementares, eine Lebensnotwendigkeit sozusagen. Wenn es ungenießbar ist, werden sich die Leute auch nicht weiter für das schöne Dekor interessieren, und wenn es wirklich gut ist, nehmen sie dafür unbequeme Stühle und eine weniger stilvolle Einrichtung in Kauf. Wieso haben wir hier eigentlich einen so wunderbar ausgestatteten Speisesaal, wenn die Bedienung keine Ahnung von Gastronomie hat? Wir haben ein Mineralwasser mit Kohlensäure bestellt, und sie hat eins ohne gebracht, außerdem das falsche Besteck, und die Gäste dort drüben hat sie völlig ignoriert. Und warum sieht das Hotel – diesen Raum einmal ausgenommen – aus, als befänden wir uns immer noch in den Fünfzigern?«

»Jetzt hör aber auf, zu der Zeit hattest du ja noch nicht einmal das Licht der Welt erblickt!«

»Trotzdem weiß ich, wie es damals ausgesehen hat. Gib zu, dass ich recht habe!«

»Tony Mason hat das Haus vor ungefähr einem Jahr gekauft. Da war es noch ein Seniorenheim voller alter Leute – findest du nicht auch, dass der französische Begriff troisième âge viel netter klingt? –, die dann nach Südwestengland gezogen sind. Er hat geglaubt, dass man es in ein luxuriöses Landhotel umwandeln könne – und mit dem Speisesaal und der Küche hat er eben angefangen.«

Darina sah sich noch einmal in dem geschmackvollen Raum um. »Die Einrichtung wird seinem Anspruch ja durchaus gerecht, nur – was, bitte schön, ist mit dem Essen passiert? «

»Ulla sagt …«, begann William.

»Wer ist Ulla?«

»La patronne. Während einer Unterhaltung mit ihr kam mir die Idee mit deiner Beteiligung.«

»Erklär mir doch bitte mal genau, weshalb ich daran interessiert sein könnte, mein Geld in dieses Unternehmen zu stecken.« Darinas Ton war nicht gerade ermutigend.

William warf ihr ein flüchtiges Lächeln zu. »Hast du nicht, seit wir uns kennen, ständig davon geredet, dass es dein großer Traum sei, ein Hotel auf dem Land zu besitzen? Und versuchst du nicht gerade, dein wertvolles Haus in Chelsea zu verkaufen, um das Kapital dafür zu bekommen? Und hast du nicht neulich erst gesagt, dass dir der Verkauf wahrscheinlich doch nicht genug Geld einbringen wird, um ein Hotel zu kaufen, das deinen Vorstellungen entspricht? Als ich hörte, dass man im Hotel Morgan nach einem Partner Ausschau hält, der bereit ist, etwas Kapital in das Geschäft zu investieren, habe ich jedenfalls sofort an dich gedacht.« Nach diesen Worten sah er aus wie ein kleiner Hund, der seinem Besitzer stolz einen Hausschuh vor die Füße legt, ungeachtet dessen, dass er ihn vorher schon ausgiebig zernagt hat.

»Du meinst also«, Darina betrachtete ihn nachdenklich, »dass du meinen beruflichen Ehrgeiz ernst nimmst?«

»Zweifelst du etwa daran?«

»Wenn du mich in diesem Ton fragst, ja.«

»Wieso, was stimmt nicht mit meinem Ton?«

»Er klingt so nach >wenn ich ihr ihren Willen lasse, begreift sie vielleicht, was für eine idiotische Idee das Ganze ist<.«

Ihre grauen Augen blickten direkt in die seinen, und sein Grinsen verschwand. Er nahm ihre Hand und hielt sie fest umschlossen, obwohl sie gar keine Anstalten machte, sie ihm zu entziehen. »Hör zu, Liebes, ich nehme dich wirklich ernst. Schließlich habe ich dich oft genug in Aktion erlebt, um zu wissen, dass du enorm talentiert und äußerst zielstrebig bist. Du hast aus deinem Catering-Service einen Riesenerfolg gemacht, und ich bin sicher, du bist eine der Besten in deinem Fach. Aber du kannst kaum Begeisterung von mir erwarten, wenn du ein Projekt starten würdest, das dich total in Anspruch nimmt – noch dazu an einem Ort, an dem ich dich möglicherweise nicht regelmäßig sehen könnte. Also schien mir die Sache mit dem Hotel Morgan ein guter Kompromiss zu sein.«

»Ein Kompromiss?«

»Es ist ein schönes Hotel, du hättest eine Partnerin, mit der du die Verantwortung teilen könntest, und es ist in meiner Nähe, sodass wir uns nach Dienstschluss immer treffen könnten.«

»Das heißt wohl, ich müsste alles stehen und liegen lassen, wenn du gerade Zeit hast?«

Er stöhnte und ließ ihre Hand los. »Das ist doch Unsinn. Du weißt genau, dass ich es so nicht gemeint habe.«

»Es hat aber ganz so geklungen. Und jetzt hör du mir mal zu. Ich verstehe und akzeptiere, dass du als Polizeibeamter keinen geregelten Acht-Stunden-Tag hast, und dass dein Privatleben da oft in den Hintergrund treten muss. Warum kannst du dann nicht auch akzeptieren, dass ein Beruf im Hotel- oder Gastronomiegewerbe nach ganz ähnlichen Prinzipien funktioniert?«

Seine Finger schlössen sich wieder um ihre Hand. »Darina, Liebling, heirate mich und gib die Idee mit dem Hotel auf. «

Ihre Augen weiteten sich, und einen Moment lang saß sie nur ganz still da.

»Das kommt ein bisschen plötzlich.«

»Jetzt sag nur noch, damit hättest du nicht gerechnet. Du weißt doch, was ich für dich empfinde, und während der letzten Wochen habe ich den Eindruck bekommen, dass du das gleiche fühlst. Wäre eine Heirat da nicht die logische Konsequenz?«

»Und das würde bedeuten, dass ich meinen Beruf aufgebe, um mich den Rest meiner Tage als Hausfrau zu betätigen?«

»Du bräuchtest ja nicht ganz mit der Arbeit aufzuhören – du könntest doch zum Beispiel nebenbei Partys und Festessen organisieren.«

»Nebenbei Partys und Festessen!«

»Naja, ich meine, wäre es denn nicht wichtiger, meine Frau zu sein? Und außerdem hätten wir ja noch Kinder.«

»Kinder«, wiederholte sie tonlos.

»Willst du denn keine Kinder?«

Darina dachte eine Weile über diese Frage nach. Was für eine Mutter würde sie wohl abgeben? Sie sah die kleinen, süßen Babys vor sich, die Williams Augen hatten, dann die schrecklich ungezogenen Kinder, die kein Gemüse essen wollten, schließlich die schwierigen Teenager, die gegen ihre Eltern rebellierten. Danach blickte sie sich noch einmal in dem eleganten Raum um.

»Ich nehme an, ein Hotel zu führen, darin die richtige Atmosphäre zu schaffen, in der sich die Gäste wohlfühlen, für ihr Essen zu sorgen und sich um all ihre Bedürfnisse zu kümmern ist so was Ähnliches, wie Hausfrau und Mutter zu sein.«

»Und ich wette, die Gäste sind mindestens ebenso schwierig wie ein Kleinkind und genauso undankbar. Aber glaubst du denn im Ernst, dass ein Hotel eine wirkliche Familie ersetzen kann?«

Sie fühlte sich unbehaglich angesichts der Intensität seiner Blicke, die in seinen Worten nicht mitschwang.

»William, ich bin noch nicht so weit, mich auf diese Art zu binden. Ich kann mir nicht vorstellen, jemand anderen als dich zu lieben, aber wenn ich nicht versuche, das Ziel zu erreichen, das ich mir gesteckt habe, auch wenn es etwas ist, das dir unbedeutend erscheinen mag, würde ich es immer bereuen.«

»Du würdest es bereuen, mich geheiratet zu haben?«

»Das habe ich eigentlich nicht gemeint, aber du hast recht, das könnte passieren. Ich habe es schon bei Freunden erlebt.«

Sie beugte sich vor und sprach eindringlich weiter: »Versteh‘ doch, ich muss jetzt meine Chance ergreifen. Uns beiden bleibt noch jede Menge Zeit füreinander. Ich bin erst achtundzwanzig, da brauchen wir uns mit dem Nachwuchs doch nicht so zu beeilen. Aber wenn ich jetzt nicht versuche, meinen Traum vom eigenen Hotel zu verwirklichen, ist es zu spät. Der Konkurrenzdruck wird immer größer, das notwendige Startkapital auch. Schau dir doch an, was die neuen Hotels jetzt schon alles bieten müssen: Fitnessräume, Swimmingpools, eine spektakuläre Umgebung. Vielleicht ist es sogar schon zu spät für Leute wie mich, aber ich muss es einfach versuchen, begreifst du das denn nicht?«

Er sagte nichts.

»Kann zwischen uns nicht alles so bleiben, wie es war?«, fragte sie bittend.

»Du meinst, du willst weiterhin eine Affäre mit mir haben, aber du willst mich nicht heiraten?«

»Ist das heutzutage nicht so üblich?« Sie versuchte, einen leichteren Ton anzuschlagen.

»Dann bin ich wohl nicht so aktuell, wie ich dachte, sondern gehöre mit meinen Vorstellungen eher zu den Ewiggestrigen.« Er schob seinen Teller von sich, rief nach der Bedienung und bestellte Kaffee.

»Wie geht es denn Inspektor Grant?« Darina wollte das Thema wechseln, aber es schien, dass ihre Wahl keine besonders gute war, denn Williams Gesicht verdüsterte sich noch mehr.

»Er ist ganz begeistert von dem neuen Kollegen in unserem Team.«

»Und der taugt nichts?«

»Er ist eine Frau.«

»Du verdammter Chauvinist!« Darina war ehrlich empört.

»Aber nein, das verstehst du völlig falsch. Ich habe nichts gegen Frauen, wirklich nicht. Es ist nur so, dass wir bis jetzt ein großartiges Team waren; wenn nun eine Frau dazukommt, heißt das, dass sich die Arbeitsatmosphäre total verändern wird.«

Darina sagte nichts, sie sah ihren Begleiter nur an. Sie wusste, dass er im Grunde seines Herzens ziemlich konservativ war, aber sie hatte nicht realisiert, dass es solche Formen annehmen könnte.

»Und wie ist sie, eure neue Kollegin?«

»Ich habe sie erst heute Morgen kennengelernt. Eher ruhig, wirkt kompetent, keine strahlende Schönheit, aber sie sieht nett aus.«

»Kopf hoch! Wenn Grant diese Frau mit so viel Begeisterung aufgenommen hat, wird sie bestimmt ein würdiges Mitglied eures Teams. Außerdem wette ich um meine letzte Flasche Haselnussöl, dass auch dein hervorragender Inspektor mal ein aktives Mitglied im Club der Frauenfeinde war.«

William grinste breit und war plötzlich wieder ganz der Mann, den sie liebte. »Wie scharfsinnig du bist. Aber jetzt lass uns nicht weiter darüber reden. Was ich dir nämlich noch über dieses Hotel erzählen wollte, ist …« In diesem Moment trat die Bedienung an ihren Tisch, um ihm zu sagen, dass er am Telefon verlangt werde.

Während Darina ihren Kaffee trank und auf ihn wartete, sann sie darüber nach, wie wohl die Ablehnung seines Heiratsantrags ihre Beziehung verändern würde. Warum konnte er die Dinge nicht so lassen, wie sie waren?

Es war erst ein paar Wochen her, dass sie endlich begriffen hatte, wie tief ihre Gefühle füreinander waren. Dann hatte William sie kurzerhand zu einem Urlaub im Lake District entführt, wo sie den Luxus und das wunderbare Essen des Miller Howe Hotels genossen hatten. Keine Flitterwochen hätten schöner sein können. Die herrliche Landschaft, in der es im November fast keine Touristen gab, hatte ihrer romantischen Stimmung genau entsprochen. Zusammen waren sie über die Hügel gewandert, die seit den Zeiten der Römer unverändert geblieben waren, hatten Dörfer besucht, deren Häuser aus dunklen, vom Regen ausgewaschenen Steinen erbaut waren, hatten die Gedichte der Lakeland-Poeten gelesen, über alle möglichen Themen diskutiert, zu viel gegessen und zu viel Wein getrunken, was ihnen aber keineswegs schlecht bekommen war. Und Darina hatte eine Sinnlichkeit entdeckt, die über die Tafelfreuden hinausging …

Am zweiten Abend ihres Aufenthalts hatten sie sich vor dem Abendessen auf ein Glas Wein in die Hotelhalle gesetzt. Am Morgen waren sie zu einer Wanderung aufgebrochen, hatten in einem Pub zu Mittag gegessen und waren am Nachmittag auf ihr Zimmer mit Blick auf den Lake Windermere zurückgekehrt, der zu Tagesbeginn noch blauschimmernd unter einem wolkenlosen Himmel gelegen hatte, sich aber mittlerweile hinter einem Schleier aus Nebel und Regen verbarg. Während sie nun an ihrem australischen Chardonnay nippte, der, wohltemperiert, sein unvergleichliches Aroma entfaltete, gab sich Darina einem ganz ungewohnt intensiven Bewusstsein ihres Körpers hin – betäubt und aufs äußerste belebt zugleich, wie ein Bündel nackter Drähte in einer Samtumhüllung. Sie spürte jeden Atemzug des Mannes neben ihr. Seine linke Hand lag auf der Sessellehne; sie betrachtete die langen, knochigen Finger mit den flachen Nägeln, deren weiße Ränder sorgfältig geschnitten waren. Mit überaus großer Deutlichkeit erinnerte sie sich daran, wie diese Finger ihren nackten Körper berührt hatten, als sie der Umrisslinie ihrer Brüste und Hüften folgten; an den verschleierten Blick seiner nunmehr tiefdunklen Augen, und ebenso deutlich spürte sie jetzt an dem veränderten Rhythmus seiner Atemzüge, dass er in diesem Moment den gleichen Gedanken hatte.

Sie nahm diese Erkenntnis mit jeder Nervenfaser ihres Körpers auf, erhob ihr Glas, sah ihn mit einer Selbstsicherheit, die sie vorher nicht gekannt hatte, direkt an und brachte einen stillen Toast aus auf alles, was sie heute genossen hatten und in den folgenden Tagen noch genießen würden. Er erwiderte den Toast, sie lachten, redeten dann von etwas Belanglosem, ihr Wissen um zukünftige Freuden für sich behaltend, nicht wie ein Geizhals, der ängstlich seine Schätze hütet, sondern mehr wie ein Musikliebhaber, der seine liebste Schallplatte eine Weile ruhen lässt und stattdessen ein anderes Stück desselben Komponisten auflegt. Es war die Wahrheit, als sie sagte, sie könne sich nicht vorstellen, jemand anderen als William zu lieben. Er war ihr Freund und Gefährte ebenso wie ihr Geliebter; ein Mann, von dem sie sich gut vorstellen konnte, mit ihm alt zu werden. Doch derlei Pläne schienen ihr augenblicklich ein wenig verfrüht. So viel war geschehen, seit sie sich zum ersten Mal begegnet waren, und ihr Leben hatte sich so sehr verändert. Damals hatte sie noch ihren eigenen Catering-Service gehabt, war ständig damit beschäftigt gewesen, neue Kunden zu werben und immer in Sorge, ob das Geld reichen würde. Jetzt war sie finanziell unabhängig und hatte damit die Gelegenheit, sich einen langgehegten Wunsch zu erfüllen. Und da war noch etwas. Seit sie Detective Sergeant William Pigram kannte, hatte sie bereits zwei Mordfälle gelöst. Obwohl er schließlich beide Male sehr großmütig gewesen war, wusste Darina, dass es ihm eigentlich lieber gewesen wäre, wenn sie sich nicht in etwas eingemischt hätte, was er, zweifellos zurecht, als seine Angelegenheit betrachtete.

Dabei hatte sie im Grunde gar keine andere Wahl gehabt. Jedenfalls nicht beim ersten Mal, als es darum ging, dass sie einfach ihre Unschuld beweisen musste. Beim zweiten Mal vielleicht schon eher, aber für sie war es eine Frage der Loyalität gewesen, und dann hatte sie festgestellt, dass es ihr Spaß machte, analytisch und mit der notwendigen Distanz zu denken, bis sie alle Hinweise so zusammengefügt hatte, dass sie die richtige Lösung ergaben. Darina schüttelte den Gedanken ab. Schließlich war es wohl ziemlich unwahrscheinlich, dass sie noch einmal in einen Mordfall verwickelt werden würde. Aber was wäre, wenn es William passieren würde? Würde sie es schaffen, ihre natürliche Neugier zu bezähmen und solche Fragen zu vermeiden, die ihm vorkommen könnten, als wolle sie sich einmischen oder gar – Gott behüte! – die Sache selbst in die Hand nehmen? William sah in ihr offensichtlich die Ehefrau und Mutter, nicht die Amateurdetektivin oder Hotelbesitzerin, wenn er jetzt auch das Gegenteil beteuerte. Und sie war noch nicht so weit, sich niederzulassen, ein Nest zu bauen und Kinder großzuziehen. Darina fühlte ihren Ehrgeiz wachsen wie Hefe in einem gut durchgekneteten Teig. Sie war wie eine Athletin, die lange und hart für ein bestimmtes Rennen trainiert hatte und jetzt, jeder einzelne Muskel vor Erwartung bebend, auf den Startschuss horchte. Sie hatte so viele Ideen und wusste genau, was sie erreichen wollte. Sie musste nur noch das richtige Objekt finden. War das Hotel Morgan das Richtige für sie? Und was genau waren Williams Motive, sie hierher zu bringen? Darina blickte sich ein letztes Mal im Speisesaal um. Wenn es auf diesem Niveau mit den Renovierungsarbeiten weitergehen sollte, konnte sie verstehen, warum sich die Besitzer nach einem neuen Geldgeber umsahen. Sie war beinahe entschlossen. Wenn nur das Essen nicht so gewollt originell und dabei so miserabel gewesen wäre. »Ich muss gehen.« Ihr Freund war an den Tisch zurückgekehrt, warf einen flüchtigen Blick auf die Rechnung, die in seiner Abwesenheit gebracht worden war, und entnahm seiner Brieftasche ein paar Geldscheine. »Man hat eine Leiche gefunden – es sieht aus wie Mord.«

William nahm hastig Abschied. »Unterhalte dich doch mal mit Ulla, und dann bitte Alex, dich nach Hause zu fahren«, rief er, während er in seinen Mantel schlüpfte und zu seinem Auto lief. »Ach ja, und entschuldige mich bitte bei ihr.« Darina winkte ihm nach, als er mit quietschenden Reifen davonbrauste und fragte sich, wann sie ihn wohl wiedersehen würde. Wenn er mit der Untersuchung eines Mordfalles beschäftigt war, könnte es einige Zeit dauern. Sie drehte sich um und betrachtete die Fassade des Hotels. Es war im viktorianischen Stil erbaut. Die hohen Erkerfenster, die zu beiden Seiten des reichverzierten Portals hervorsprangen, schienen ursprünglich zu einem älteren Gebäude gehört zu haben. Hinter der spitzgiebligen Front bot sich dem Betrachter ein Durcheinander von niedrigeren Dächern, auf denen sich zahlreiche Tudor-Kamine erhoben. Der graue Stein, der das Licht der Wintersonne schluckte, ohne es zu reflektieren, war nackt, kein Efeubewuchs milderte seine Strenge. Darina nahm die Einzelheiten des Gebäudes genauer in Augenschein. Das Dach schien in Ordnung zu sein, aber ein paar der Dachrinnen waren arg verrostet, und auch die Fugenmasse zwischen den Ziegeln musste ausgebessert werden. Und – war es Einbildung, oder neigte sich das Portal wirklich leicht nach einer Seite? Die Kiesauffahrt vor dem Haus war gepflegt, aber der Rasen mit seinen kümmerlichen Sträuchern ließ sehr zu wünschen übrig. Darina entdeckte ein paar tote Zweige, die von den Bäumen hingen, wahrscheinlich die Opfer der letzten Serie von Stürmen. Das Ganze sah aus wie die Kulisse zu einer Verfilmung von Dornröschen, aber ohne den märchenhaften Charme. Sie fröstelte, als sich ein kalter Wind erhob, und ging rasch wieder hinein. Die Eingangshalle des Hotels war ebenfalls völlig ungeeignet, den Gästen ein fröhliches Willkommen zu bereiten. Der dunkle, holzgetäfelte Raum war nur schwach beleuchtet, und das Mobiliar war ohne jeden Sinn für Stil zusammengestellt worden. Auf einem schweren Eichentisch mit gedrechselten Beinen war ein Sortiment von Prospekten für Touristen ausgelegt, und mehrere unförmige Plüschsessel mit hölzernen Armlehnen standen wenig einladend auf dem gefliesten Fußboden. In einem riesigen steinernen Kamin glomm schwach ein einsamer Holzscheit, der kaum dazu beitrug, die Raumtemperatur anzuheben, die man nur als lausig kalt bezeichnen konnte. Die Rezeption aus fleckigem Sperrholz hatte man in einer Ecke versteckt – Personal suchte man hier vergeblich. Das einzig Ansehnliche an diesem Raum war ein phantastisches Arrangement aus getrockneten Blumen in einer antiken, chinesischen Schale, die von einem runden, zentral platzierten Tisch aus ihre Schönheit verströmte. Die blauen und cremefarbenen Blüten, um deren lange Stiele sich wilder Wein rankte, waren mit viel Kunstfertigkeit und Geschmack angeordnet. Bewundernd betrachtete Darina eine Weile die Komposition. Sie fragte sich gerade, wo sie wohl die Besitzer dieses ungastlichen Etablissements finden könne, als sie Stimmen hörte – besser gesagt eine Stimme, weiblich und sehr ärgerlich.

»Und glaub‘ nicht, du könntest mich nochmal so versetzen! Nicht einmal entschuldigt hast du dich! Ich hab‘ gestern den ganzen Tag auf deinen Anruf gewartet; und heute Morgen ebenfalls.« Aus einer Tür an der Rückseite des Raumes trat eine junge Frau, die gerade in eine braune Wildlederjacke schlüpfte und ihre Bemerkungen über die Schulter zurückwarf, während sie energisch durch die Empfangshalle schritt. Das Auffälligste an ihr war eine wunderbar üppige, kupferrot schimmernde Lockenpracht, die ein recht hübsches Gesicht mit dunkelbernsteinfarbenen, leicht schrägstehenden Augen und einem Schmollmund umrahmte. Ihr kleiner, zierlicher Körper bewegte sich mit der Geschmeidigkeit einer Katze, aber sie strahlte eine solche Unzufriedenheit aus, dass sie weit weniger attraktiv wirkte, als sie es eigentlich hätte sein können. In der Tür drehte sie sich noch einmal um, warf Darina einen gleichgültigen Blick zu und lächelte zu dem Mann auf, der ihr gefolgt war. In diesem Augenblick entfaltete sich plötzlich ihre zuvor nur angedeutete Anziehungskraft. »Wie wär’s mit heute Abend?« fragte sie mit süßer, unwiderstehlicher Stimme. Der Mann schien unbeeindruckt. »Ich ruf dich später an, Olivia. Ich kann dir keine Zusage machen, weil wir wahrscheinlich viel zu tun haben werden.« Der kleine Schmollmund verlor rasch wieder seinen Reiz. »Erzähl mir bloß nicht, dass ihr Gäste habt. Wenn du glaubst, dass ich wieder bloß rumsitze und auf dich warte, hast du dich getäuscht!« Mit diesen Worten verschwand sie und knallte die Tür hinter sich zu. Ohne die junge Frau auch nur eines weiteren Blickes zu würdigen, kam der Mann auf Darina zu. »Kann ich Ihnen helfen?« Darina blickte in Augen von der Schönheit eines in Eis gespiegelten, strahlendblauen Himmels und verstand augenblicklich den Groll des Mädchens. Der Mann war etwa in ihrem Alter, langgliedrig und schlaksig, salopp gekleidet in Jeans und Sweatshirt.

Sein flachsblondes Haar fiel ihm in die breite Stirn, und seine bemerkenswerten Augen lagen unter Brauen, die so hell waren, dass man sie kaum sah. Seine Wimpern waren von der gleichen Farblosigkeit. War dies der Grund, dass er wie jemand wirkte, der in den Anblick ferner Horizonte versunken war? Oder war es nur so, dass er an seiner näheren Umgebung einfach nicht interessiert war? »Ich suche den bzw. die Inhaber dieses Hotels: Tony und Ulla Mason.«

Er runzelte die Stirn. »Mein Vater ist tot. Wo Ulla ist, weiß ich nicht; und ich bin Alex Mason. Ich schätze, Sie können mich als den Miteigentümer betrachten. Worum geht’s denn?« Wie unaufmerksam von William, einfach zu verschwinden, bevor er sie über diese Tatsache unterrichtet oder ihr erzählt hatte, was genau er mit Ulla Mason besprochen hatte – falls er überhaupt irgendetwas mit ihr besprochen hatte. Während Darina noch überlegte, wie sie beginnen sollte, trat eine zierliche blonde Frau, nicht viel älter als sie selbst, durch die Eingangstür. »Was hast du denn mit Olivia Brownsword gemacht, Alex? Sie ist wie eine Furie an mir vorbeigerannt, ohne mich zu grüßen.«

»Sie wird schon drüber wegkommen. Anscheinend glaubt sie, sie hätte Anspruch auf meine Zeit. Hier ist übrigens jemand, der dich sprechen möchte.« Mit diesen Worten wies er mit einer lässigen Handbewegung in Darinas Richtung und verschwand in den hinteren Regionen des Hotels. »Vergiss nicht, dass du heute Abend Dienst hast«, rief die junge Frau ihm nach und seufzte tief. »Es ist mir ein Rätsel, warum dieses Mädchen so hartnäckig ist, er behandelt sie wie ein Stück Dreck. Also, was kann ich für Sie tun?« Ihre Stimme hatte einen leicht fremdartigen Tonfall, eine Art Singsang, der Darina, ebenso wie die ungewöhnliche Helligkeit ihrer Haare und ihrer Haut, an Skandinavien denken ließ.

»Ich bin Darina Lisle. William Pigram hat mich zum Mittagessen hierhergebracht«, begann sie.

»Oh ja natürlich, William. Es tut mir schrecklich leid, dass ich nicht hier war. Ich musste einkaufen, und das hat viel länger gedauert, als ich dachte. Für einen Montagmorgen war bei Yeovil ein unglaublicher Betrieb. War das Essen gut?« Die Frage klang wirklich interessiert.

Darina zögerte. »Wir haben diese Woche mit unserem neuen Menü begonnen. Der Küchenchef hat die Rezepte speziell für uns kreiert. Wir hoffen auf ein lebhaftes Weihnachtsgeschäft. Die Leute müssen den Truthahn doch langsam satthaben. Ah, Mr. Nicholls, wie schön, Sie zu sehen. Und wie nett von Ihnen, dass Sie uns so bald besucht haben. Haben Ihnen die Speisen zugesagt?«

Der Gast, der seine Mahlzeit mit solcher Konzentration verzehrt hatte, hielt auf seinem Weg zum Ausgang inne, als Ulla Mason auf ihn zuging, um ihn zu begrüßen. Er ergriff ihre Hand und sah sie an wie der Weihnachtsmann, dem gerade einfällt, dass er seinen Sack mit Geschenken vergessen hat. »Meine liebe Mrs. Mason, es tut mir leid, aber ich kann nichts für Sie tun. Ich kann unmöglich einen Artikel über Sie im Western Chronicle schreiben, denn das würde bedeuten, dass Sie überhaupt keine Gäste mehr hätten.« Er tätschelte tröstend ihre Hand. »Stellen Sie einen anderen Küchenchef ein, und lassen Sie mich wissen, wenn es soweit ist. Dann werde ich’s nochmal versuchen.« Er nahm seinen Mantel von einem altmodischen Kleiderständer und verließ das Hotel. Ulla Mason starrte ihm fassungslos nach. Dann drehte sie sich zu Darina um. »Was meint er denn damit? Das Essen kann doch wohl nicht so schlecht gewesen sein!?«

»Ich fürchte, doch.« In diesem Augenblick kamen die beiden Geschäftsleute unter lautem Gelächter aus Richtung des Speisesaals. Die Inhaberin lächelte ihnen nervös zu. »Du liebe Zeit, Ulla«, rief der größere von beiden mit dem Geschwür hinterm Ohr, »was haben Sie denn mit dem Essen angestellt? Und was spricht gegen Truthahn? Dieses vornehme Zeug hätten wir eher im Manor Park Hotel erwartet, mit dem Unterschied, dass man es dort auch hätte genießen können – warum bekommt man denn hier keine ordentlichen Pommes frites mehr und einen anständigen Pudding? Jetzt gibt’s noch nicht mal Hammelpastete, und wir haben schon Mitte Dezember!«

»Es tut mir wirklich leid, aber wir haben einen neuen Küchenchef und probieren mal ein anderes Menü. Kommen Sie doch nächste Woche wieder vorbei – ich werde sehen, was sich machen lässt. Das Mittagessen heute geht natürlich auf Kosten des Hauses.«

»Aber nein, das Steak war ganz in Ordnung.« Der große

Mann schlug sich seinen ausladenden Bauch. »Geben Sie uns einen Drink aus, wenn wir das nächste Mal kommen, und damit ist die Sache erledigt. So, und jetzt komm, Derek, wir müssen wieder an die Arbeit.« Ulla Mason blickte ihnen nach, und Darina hatte das Gefühl, sie würde gleich in Tränen ausbrechen. »Das waren zwei der einflussreichsten Männer aus dem Gemeinderat. Derek ist Vorsitzender der Baubehörde, und der Himmel weiß, ob die beiden jemals wiederkommen. Tony wusste immer, wie er mit ihnen umgehen musste. Sie haben ihm förmlich aus der Hand gefressen. Naja, es sieht ja ohnehin nicht so aus, als müssten wir in der nächsten Zukunft eine Baugenehmigung beantragen.« Sie strich sich über die Stirn. »Aber ich verstehe es trotzdem nicht. Sie müssen mir sagen, was passiert ist. William hat mir erzählt, dass Sie sich in der Gastronomie bestens auskennen.«

Ulla hakte sich bei Darina ein und führte sie durch die hintere Tür in ein kleines Büro am Ende eines dunklen Korridors. Durch das Fenster, das so schmutzig war, dass kaum das Tageslicht hindurchdrang, erkannte man einen schmuddeligen Hinterhof. Eine Lampe mit grünem Schirm bemühte sich, ein wenig Licht zu verbreiten; dennoch wirkte der mit Möbeln und Büromaterial vollgestopfte Raum nur wenig heller als die Eingangshalle. In der einen Ecke standen ein Computer und ein Kopiergerät und in der anderen ein mit Akten und Broschüren bedeckter, großer Schreibtisch. Dahinter saß Alex und studierte einen Atlas. Ulla funkelte ihn wütend an. »Hast du in der Bar alles vorbereitet für heute Abend?« Er sah nicht einmal auf. »Dafür ist noch reichlich Zeit. Wir werden kaum ins Schwitzen geraten von dem Ansturm der Gäste. Die einzige Reservierung für heute Abend ist ein Tisch für vier Personen.« Ulla wies auf einen kleinen Sessel. »Bitte setzen Sie sich.« Dann rieb sie sich die Hände. »Ist es nicht schrecklich kalt hier drin? Vielleicht sollten wir die Heizung anmachen.« Sie beugte sich vor und schaltete einen kleinen elektrischen Heizstrahler ein. »Alex, das ist Darina Lisle. Sie ist möglicherweise daran interessiert, unsere

Geschäftspartnerin zu werden.« Die durchdringenden Augen wandten den Blick vom Atlas und fixierten ihr Gegenüber. »Verkauf den alten Kasten, Ulla, und werd‘ diesen verdammten Alptraum endlich los. Du kämpfst hier eine verlorene Schlacht.« Der junge Mann stand auf und klemmte sich den Adas unter den Arm. »Man hat dir ein gutes Angebot gemacht, und ich kann dir nur raten, es anzunehmen.« Er schlenderte zur Tür.

»Du weißt, dass ich das nicht tun werde, Alex, obwohl ich manchmal in Versuchung komme; schließlich würde das bedeuten, dass ich dich nie wiedersehen müsste.« Er drehte sich noch einmal um. »Mäßige dich, sonst könnte es passieren, dass ich auf der Stelle verschwinde, was würdest du dann machen, liebes Mütterchen?« Mit den letzten Worten schloss er langsam die Tür hinter sich. Ulla machte ein Geräusch, das sich anhörte wie eine Mischung aus Knurren und Schreien und schlug sich mit der Faust an den Kopf. »Dieser verdammte Alex! Manchmal könnte ich ihn erwürgen. Wie kommt es eigentlich, dass bestimmte Leute so genau wissen, wie sie einen zur Weißglut bringen können?« Sie erwartete offensichtlich keine Antwort auf diese Frage. Während sie sich in dem Stuhl niederließ, den Alex geräumt hatte, betrachtete Darina sie interessiert. Ulla war höchstens dreißig Jahre alt. Ein paar Fältchen hatten begonnen, sich in die zarte Haut zu prägen, aber ihre Figur, deren volle Brüste und schmale Hüften unter einem Strickkleid mit passender Jacke bestens zur Geltung kamen, war jugendlich und sexy. Diese Mischung aus provokativer Sinnlichkeit und androgyner Unschuld musste umwerfend attraktiv auf Männer wirken, besonders in Verbindung mit diesem Gesicht, das so lieblich war wie das einer Märchenprinzessin, und diesem wunderbar flachsblonden Haar, das von natürlichen honig- und goldfarbenen Strähnchen durchzogen war.

»Ich nehme an, Alex ist ihr Stiefsohn?« Ulla nickte. »Er ist eigentlich kein Hotelier. Nachdem Tony starb, ist er hergekommen, um auszuhelfen. Aber lassen Sie uns nicht weiter über Alex reden, das macht mich immer so wütend. Sagen Sie mir lieber, was mit dem Mittagessen war. Ich dachte, die neuen Gerichte würden ein großer Erfolg werden.«

»Haben Sie den Küchenchef schon lange?«

»Nein, Ken Farthing hat erst vor ein paar Wochen bei uns angefangen. Ich war sehr zufrieden mit ihm, denn er schien wirklich gut zu sein. Das Angebot an Speisen, das wir vorher hatten, war sehr einfach und unkompliziert: Steak, Kotelett, Huhn – alles mit Pommes frites und anschließend ein paar traditionelle Desserts. Das hat er alles prima gemacht, aber ich hatte ihn eingestellt, damit er das Essen verändert und dem Niveau unseres Speisesaals anpasst. Als er sagte, er hätte neue Rezepte für ein paar stilvolle und erstklassige Menüs, habe ich ihm geantwortet, er solle gleich damit anfangen.«

»Sie haben die Gerichte nicht einmal vorher probiert?« Ulla sah geknickt aus. »Ich habe es nicht für nötig gehalten, weil ich dachte, er verstünde etwas von seinem Beruf. Es klang alles so köstlich. Was also ist schiefgelaufen?«

»Ich fürchte, er hat es geschafft, jedes Gericht zu ruinieren.« Darina beschrieb kurz ihr katastrophales Mittagessen. Ulla sah daraufhin noch niedergeschlagener aus. »Was soll ich denn jetzt machen? Wir können doch nicht wieder das gleiche wie vorher servieren, das passt einfach nicht mehr zum Stil des Restaurants.«

»Ich denke, Sie sollten lieber mal mit Ihrem Küchenchef reden.« Ulla erhob sich. »Würden Sie mit mir kommen? Sie sind doch eine Expertin auf dem Gebiet, und ich habe Angst, dass er mich nur wieder unsicher macht.« Widerwillig folgte Darina der Hotelbesitzerin durch den schlecht beleuchteten Flur, dessen Winkel und Ecken mit Toilettenpapierrollen und Cornflakes-Schachteln vollgestopft waren. Sie fragte sich, was genau wohl Ullas Qualifikationen für die Leitung eines Hotels waren; der Rat ihres Stiefsohns Alex kam ihr immer vernünftiger vor. Außerdem war ihr nicht ganz klar, warum sie eigentlich eingewilligt hatte, als Rückendeckung in einer Auseinandersetzung zu dienen, die zweifellos ziemlich unangenehm werden würde. Der Grund war wohl, dass Ulla eine gewisse Hilflosigkeit ausstrahlte, die direkt an ihren Beschützerinstinkt appellierte.

Das war vielleicht ein entscheidender Vorteil im Geschäftsleben. Darina seufzte. Ihr war seit langem klar, dass sie in niemandem einen Beschützerinstinkt weckte. Was sie ausstrahlte, war vielmehr Effizienz und Selbständigkeit. Sogar William, der ihre Größe von annähernd einem Meter achtzig noch um etliche Zentimeter übertraf, behandelte sie kaum wie ein »kleines Fräulein«. Aber das war schließlich auch das letzte, was sie wollte, oder?

Die Küche unterschied sich ebenso radikal vom Rest des Hotels wie das Restaurant. Sie sah aus wie ein Kraftwerk aus Edelstahl, nagelneuen Öfen und schimmernden Fliesen.

Der Fußboden wurde gerade von einem jungen Mädchen in schmuddelig-weißem Arbeitskittel gewischt. Eine große, massige Gestalt in ebenso schmuddeliger Arbeitskleidung, aber mit einer eindrucksvollen Kochmütze schrieb etwas mit einem stumpfen Bleistift auf die Rückseite eines alten Briefumschlags.

»Farthing!« Ulla bemühte sich tapfer, ihrer Stimme Autorität zu verleihen.

»Ja?« Ken Farthing hob den Kopf und präsentierte ein Gesicht, das aussah, als habe es einmal unsanfte Bekanntschaft mit dem Huf eines Pferdes gemacht. Die flache Nase und das stumpfe Kinn, die pockennarbige Haut und die kleinen Augen fügten sich zu einer Erscheinung zusammen, der man nicht unbedingt nach Einbruch der Dunkelheit begegnen wollte – ebenso wenig wie in dieser mit scharfen Messern und Hackbeilen gespickten Küche. Darina sah sich mit ungewohnter Nervosität in dem Raum um; dabei war es, wie sie feststellte, nicht so sehr der Anblick, den Ken bot, als vielmehr die Art und Weise, wie er es geschafft hatte, in dieses einzige Wort eine unbestimmte Drohung zu legen, während sich seine Schweinsäuglein zuerst auf Ulla Mason und dann auf sie selbst richteten.

Ulla blickte kurz auf das Mädchen, das immer noch den Fußboden säuberte, dann sah sie wieder den Koch an. »Ich hätte Sie gern kurz in meinem Büro gesprochen.« Ohne eine Antwort abzuwarten, ging sie voran in das Zimmer, aus dem sie und Darina eben gekommen waren.

Psychologisch sehr geschickt, dachte Darina, ihn von seinem Terrain zu locken – weg von diesen furchterregenden Messern. Sie hatte schon etliche Geschichten gehört von Köchen, die in ihren Küchen Amok gelaufen waren, aber bis zu diesem Augenblick hatte sie ihren Wahrheitsgehalt eher bezweifelt.

Ulla setzte sich hinter den Schreibtisch; Darina trat ein wenig zur Seite, als die riesige Gestalt des Kochs eintrat.

»Farthing, ich möchte mit Ihnen über das Mittagessen reden.«

Erstaunlicherweise verzog sich das grobe Gesicht des Riesen zu einem breiten, strahlenden Lächeln. »Haben Sie es probiert? Es war phantastisch, nicht wahr?«

»Nun ja, eigentlich nicht. Es haben sich etliche Gäste darüber beschwert.«

Das Lächeln verblasste ein wenig, doch dann fasste er sich rasch wieder. »Pah, die meisten von denen verstehen doch nichts vom Essen. Sie wissen meine Kochkünste einfach nicht zu schätzen.«

Ulla sah hilfesuchend in Darinas Richtung. »Aber Miss Lisle hier versteht eine ganze Menge davon, und ich fürchte, ihr hat es auch nicht geschmeckt.«

Der baumlange Kerl wirbelte herum, um seine neue Gegnerin ins Auge zu fassen. »Hat Ihnen meine Art zu kochen nicht zugesagt?«

Diplomatie und Ehrlichkeit fochten einen Kampf in ihr aus. Aber bei Darina war dieser Kampf schnell entschieden. »Das Essen war grauenhaft.«

Die breiten, muskulösen Schultern strafften sich. »Grauenhaft!«, wiederholte der Mann in einer Lautstärke, dass man es wahrscheinlich noch ein paar Kilometer weit hören konnte.

Darina nahm all ihren Mut zusammen, denn offensichtlich half in dieser Situation nur schonungslose Offenheit. »Getrockneten Estragon auf den Frischkäse zu geben, ist schon an sich eine Todsünde; dann war der Frischkäse selbst unpassend für dieses Gericht; Avocado und Mango hätten ein richtiges Dressing gebraucht; die Fischsoße war bitter und hatte die Konsistenz von Tapetenkleister – und was Sie mit der Torte für den Nachtisch angestellt haben, ist mir völlig schleierhaft. Der Fisch selbst jedoch war sehr gut gekocht«, fügte sie hastig hinzu.

Die winzigen Augen starrten sie ungläubig an; dann schien es, als würde sein Körper noch mehr anschwellen. Er hob seine riesige Faust. Darina zuckte zusammen, aber sie wich nicht von der Stelle, bereit, den erwarteten Schlag zu parieren. Stattdessen hieb er jedoch auf den Schreibtisch ein.

»Sie haben doch keine Ahnung vom Kochen«, brüllte er. »Niemand hat eine Ahnung davon. Ich kreiere Gerichte,

neue Gerichte. Ich mache nicht das, was alle machen, mein Essen ist originell. Bloß weil ich keinen bekannten Namen hab‘, glaubt ihr alle, es tauge nichts. Sie verdienen es gar nicht, einen Koch wie mich zu haben«, schrie er Ulla an, die die Armlehnen ihres Stuhls umklammert hielt, aber nichts sagte.

Der Koch sah sie immer noch drohend an. Eine schreckliche Stille folgte. Wer zuerst redet, hat verloren, dachte Darina und beobachtete, wie der Zorn allmählich aus der hünenhaften Gestalt des Mannes entwich. Seine Stirn legte sich in Falten, während Ulla seinen Blick ruhig und sicher erwiderte.

»Wenn Ihnen nicht gefällt, was ich heute gekocht habe, kann ich doch vielleicht morgen was anderes probieren? Ich wüsste ein Rezept für Moorhuhn mit Granatapfel, das müsste der totale Knüller werden.« Aber sein Selbstbewusstsein war erschüttert, und er wirkte nun ziemlich unsicher.

Ulla sah rasch zu Darina, die ganz leicht den Kopf schüttelte. Unter strengster Aufsicht war dieser Möchtegernstarkoch wahrscheinlich sogar imstande, ein erstklassiges Gericht zu zaubern, aber wenn er sich selbst überlassen blieb, konnte es nur in einer Katastrophe enden.

»Es tut mir leid«, sagte die Besitzerin des Hotel Morgan, »aber was ich brauche, ist ein kompetenter und kreativer Koch – und seit heute weiß ich, dass Sie für diesen Job nicht geeignet sind.« Sie griff hinter sich und zog ein Kassenbuch aus dem Regal. »Ich gebe Ihnen den Lohn für zwei Wochen, und Sie gehen jetzt gleich.« Sie öffnete das Buch mit einem entschlossenen Schwung.

Der Koch schob seine Mütze nach hinten und kratzte sich am Kopf. Ken Farthing schien vollends verwirrt. »Sie meinen, ich kann nicht bleiben?«

Ulla sah von ihrer Buchhaltung auf. Das Kräfteverhältnis zwischen den beiden hatte sich merklich verlagert. »Es ist das beste, wenn Sie sofort gehen. Sie müssen sich einen neuen Job suchen. Packen Sie Ihre Sachen, ich bringe Ihnen gleich Ihr Geld.«

Der Koch warf ihr noch einen schrägen Blick zu, aber Darina spürte, dass er sich in das Unvermeidliche gefügt hatte; kurz darauf verließ er wortlos das Büro. Sie war ein wenig überrascht, dass er so leicht aufgegeben hatte. Zuerst hatte es den Anschein gehabt, als würde er in seiner Wut die beiden Frauen niederschlagen und zu Hackfleisch für einen seiner originellen Aufläufe verarbeiten, doch im nächsten Augenblick war er wie ein Kind, das einen Erwachsenen anfleht, ihm noch eine Chance zu geben.

Ulla öffnete einen kleinen Safe, nahm eine Stahlkassette heraus, steckte das Geld für den Koch in einen Umschlag, versiegelte ihn, stellte die Kassette wieder zurück und verschloss den Safe. Dann wandte sie sich an Darina. »Kommen Sie mit in die Küche?«

Darina nickte und folgte ihr durch den langen Flur.

In der Küche fanden sie den Koch, der inzwischen seine Arbeitskleidung abgelegt hatte, in Jeans und einem dicken Pullover vor. Er wirkte nun plötzlich kleiner und nicht mehr im geringsten bedrohlich. Ohne die Kochmütze sah man sein dünnes, fettiges Haar. Er nahm den Umschlag von Ulla entgegen, drehte ihn mehrmals in seinen großen Händen, hob dann den Kopf und sah Darina direkt an. »Es hat also wirklich nichts getaugt, mein Essen, mh?«

Sie ließ sich nicht erweichen. »Nein. Bleiben Sie bei den einfachen Gerichten, die scheinen Sie gut zu können.«

»Das sagen alle.«

Ulla streckte die Hand aus. »Auf Wiedersehen, Farthing, und viel Glück.«

Er wischte sich die Hand an seinen Jeans ab, bevor er die ihre ergriff. Ulla blinzelte, während er ihren Arm auf und nieder pumpte und massierte sich die Finger, sobald er sie losgelassen hatte. Dann blieb sie stehen und sah zu, wie er den Umschlag ungeöffnet in seine Hosentasche steckte, eine Reisetasche nahm und durch die Hintertür verschwand.

»Das wäre erledigt«, sagte sie. »Ich bin froh, dass er keine Schwierigkeiten gemacht hat. Einen Moment lang habe ich geglaubt, er würde sich auf uns stürzen. Und was mache ich nun? Kein Küchenchef, und es ist bald Weihnachten. Wer soll jetzt das Essen kochen?«


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Darina Lisle_Teil 3_klein

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Janet Laurence begann ihre berufliche Laufbahn in der Öffentlichkeitsarbeit. Später zog sie mit ihrem Mann nach Somerset und leitete dort Kochkurse. Nebenbei schrieb sie regelmäßig für den Daily Telegraph und verfasste eine wöchentliche Kolumne zum Thema Kochen. Heute schreibt sie sowohl Kochbücher als auch Kriminalromane und lebt mit ihrem Mann in England und in der Bretagne.

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