Licht hinterm Horizont

Prolog

Die Zeit war reif: Als hätte sich im Laufe der Jahre meiner Ehe ein schweres Eichenfass bis zum Rand gefüllt, um urplötzlich zu bersten und mein ganzes Leben zu überschwemmen. Der letzte Tropfen war, niemals hätte ich es für möglich gehalten, ein Traum. Noch dazu so einer…

Rauls Erregung, sein gieriger Hunger nach mir, nahmen mir die Luft. Sein Blick stach in mein Fleisch, verwundete mich. Ich konnte ihm nicht lange standhalten. Der Drang, ihn ganz in mich aufzunehmen, war mächtig. Ich versuchte, mir seine Gesichtszüge einzuprägen, doch es ging zu schnell. Zu viel Zeit war vergangen. Zuviel unerfülltes Sehnen in meinem Körper. Es fiel mir schwer, die Zügel in der Hand zu behalten. Ich zwang mich zur Langsamkeit, zur Besonnenheit.

„Gefällt es dir?“, flüsterte ich heftig atmend.

„Ich halte es nicht mehr aus.“ Seine Stimme war rau.

Ich spürte die nächste Welle in mir aufkommen und stieß meinen Atem in sein Ohr. Einmal, zweimal, ein kurzer innerer Anlauf. „Raul, ich will… ich will jetzt.“ Noch nie hatte ich mich in der Leidenschaft so gehen lassen.

Er packte meine Handgelenke und riss mich an sich. Sein Gesicht verlor die Kontrolle, seine Lippen zuckten. Die Hitze seines Körpers brachte mich um den Verstand.

1

Der Schlag in den Magen war hart. Reflexartig krümmte ich mich zusammen. Genau in diesem Augenblick öffnete sich die Schiebetür. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich realisierte, dass der TGV gerade eine Vollbremsung hingelegt hatte. Ich angelte die kleine Vittel-Flasche aus dem Fußraum des leeren Nachbarsitzes. Weiter hatte meine Bauchmuskulatur sie nicht befördert. Ein Blick aus dem Fenster sagte mir, dass wir längst schon über die Grenze waren. Deutsche Autokennzeichen fielen mir ins Auge, dazu Baumarktreklame und Straßenschilder. Noch zwei Stunden, dann würde der Zug in München einfahren. Hatte ich so lange geschlafen? Ich fühlte mich wie durch den Fleischwolf gedreht. Woher kam dieser Traum? Und warum ausgerechnet jetzt?

Das Wochenende in Paris mit meiner Freundin Alexa war schön gewesen. Ein richtiges Zwei-Mütter-weit-weg-von-zu-Hause-Entspannungsprogramm. Ohne großen Plan. Ausschlafen, was einem eh nicht mehr übermäßig gelang, das Wenige auf den Tisch bringen, was man selber frühstücken mochte. Dann einfach losgehen. Sich treiben lassen. Gucken, reden, einen Café au lait trinken, wenn einem gerade danach war. Die Sehenswürdigkeiten hatten wir schon vor vielen Jahren abgeklappert, und weder Alexa noch ich hatten den Drang nachzuschauen, ob sich etwas verändert hatte. Noch nicht mal über Männer hatten wir geredet, schon gar keine Probleme gewälzt. Wie also kam dieser Traum zu mir?

Die Beziehung mit Raul – oder was immer es gewesen war – war mindestens fünfzehn Jahre her. Und es war bestimmt vier Jahre her, dass ich Raul überhaupt gesprochen hatte. Ich erinnerte mich an ein letztes Telefonat, in dem er mir erzählt hatte, dass er finanziell ausgesorgt hätte. Wenn er wüsste, was er sonst machen könnte, würde er aufhören zu arbeiten. Er muss damals knapp über 40 gewesen sein. Es wunderte mich nicht, dass er nicht mit seiner langjährigen Freundin und Mutter seines Sohnes verheiratet war. Raul liebte seine Freiheit. Und er wollte hin und wieder auch ohne die Familie Spaß haben. Für ihn war die Welt so in Ordnung, hatte er mir erklärt. Seitdem hatte ich nichts mehr von Raul gehört, an ihn gedacht hatte ich kaum.

Und jetzt auf einmal dieser intensive Traum? Aus heiterem Himmel, im TGV zwischen Paris und München? War das ein Ruf aus meinem Unterbewusstsein nach Leidenschaft und Zweisamkeit? In dieser Heftigkeit?

Eigentlich hatte ich in meiner Ehe mit Jakob Frieden mit der gelebten Einsamkeit geschlossen. Tröstete mich mit dem Gedanken, dass ich ein Leben davor gehabt hatte und nun zwei süße Töchter mein Leben bereicherten. Jakob und ich waren ein Paar unter vielen, die in getrennten Gefühlswelten lebten und nur der Kinder wegen zusammenblieben.

Ich holte mein Portemonnaie hervor und zog einen zusammengefalteten, mittlerweile verknitterten Merkzettel heraus. Seine Worte, geschrieben vor fast sieben Jahren, als unsere zweite Tochter Wilma zur Welt kam, kannte ich auswendig.

Wo stehen wir? Seit Jahren schläft Jakob so gut wie nicht mehr mit Freia. Auch was den Austausch von Zärtlichkeiten angeht, hat er sich in sein Schneckenhaus zurückgezogen. Ihn stört das nicht, doch Freia fühlt ein immer größer werdendes Defizit – und sich selbst wie eine trockene Rosine. Nicht begehrt, unbefriedigt und mit einem großen ungestillten Zärtlichkeitsbedürfnis. Unglücklich fragt Freia sich, wohin das führen soll. Sex ist nicht alles, doch es ist – zumindest ihrer Ansicht nach – ein wesentliches und normalerweise auch sehr schönes und verbindendes Element in einer Beziehung. Jakob empfindet kein Defizit, räumt aber seit einem Jahr ein, dass der Zustand nicht anhalten soll und er etwas gegen seine „Macke“ unternehmen will.

Jakob und Freia sind sich einig, dass jeder seinen Teil zur Verbesserung beitragen will. Er versucht, an sich zu arbeiten, Freia versucht, geduldig und tolerant zu sein und ihren Frust so gut es geht für sich zu behalten. Und wenn er doch mal hervorbricht, weiß Jakob ihren Gefühlsausbruch einzuschätzen.

Dieser Merkzettel existierte in zwei identischen Versionen. Ich hatte ihn damals nach vielen Krisengesprächen formuliert, die Essenz unserer Diskussionen zu Papier gebracht. Es war Jakob, der mich darum gebeten hatte. So lange schon trugen wir ihn beide mit uns herum. Geändert hatte sich nicht viel. Ich konnte an einer Hand abzählen, wie oft Jakob und ich seither miteinander geschlafen hatten. Es war so lange her, dass ich mich nicht mal mehr daran erinnerte. Ich hatte über Jahre versucht, mich in Geduld und Toleranz zu üben, meinen Frust über unsere fehlende Zärtlichkeit und mein defizitäres Sexualleben für mich zu behalten. Bis ich irgendwann diese Schublade schloss, die Hoffnung auf Änderung begrub. Ich kapselte meine körperlichen Bedürfnisse von mir ab, als gehörten sie nicht zu mir; als hätte ich sie gar nicht. Eine Schublade voller Vakuum. Nach vielen Jahren des Schmerzes kapitulierte ich. Ich hatte es nicht geschafft, für meinen Mann eine begehrenswerte Frau zu bleiben.

Der Wandel trat ein, schon kurz nachdem wir zusammengezogen waren. Das Einzige an mir, was seine Anerkennung fand, war mein beruflicher Erfolg als Anwältin. Als Frau fühlte ich mich wertlos, ich hatte die Kraft verloren, weiter dagegen anzukämpfen. Jakob hatte einen Panzer um sich, der nicht zu durchdringen war. Nicht mit Worten, nicht mit Taten. Wenn ich ihm zu nahe kam, flüchtete er. Oder – was noch schlimmer war und immer häufiger vorkam – er vergaß sich vor Wut. Seine Ausbrüche machten mir Angst. Der Zug, mit ihm in diesem Leben noch einmal zusammenzufinden, war endgültig abgefahren.

Ich tastete die Vittel-Flasche ab, unaufhörlich. Sechs Rillen von unten nach oben und wieder zurück, meine Hände arbeiteten sich an ihnen ab, während ich meine Gedanken zu ordnen suchte. Zu gerne hätte ich Alexa angerufen und ihr von meinem Traum erzählt. Sie würde erst später nach Berlin zurückfliegen. Morgen früh rufe ich sie an, sobald die Kinder und Jakob aus dem Haus wären, nahm ich mir vor. Dann hätten wir doch noch ein waschechtes Frauenthema zu besprechen. Die tiefenpsychologische Analyse eines erotischen Traumes.

Viel lieber noch aber wollte ich Raul anrufen. Der Gedanke fühlte sich aufregend und beängstigend zugleich an. Warum auch nicht? Was vergab ich mir? Warum nicht einfach von der Leber weg sagen: „Du, ich habe von dir – von uns – geträumt. Und es war wahnsinnig erotisch! Das wollte ich dich nur wissen lassen. Einfach so.“

Genau das werde ich tun, beschloss ich. Einfach so. Ich freute mich über die Leichtigkeit meiner Gedanken.

Ein Ohrwurm summte in meinem Ohr:

One day baby, we’ll be old

oh baby, we’ll be old

and think of all the stories

that we could have told…

Vor ein paar Jahren hatte eine junge Poetry-Slammerin dieses Lied aufgegriffen. Ein Aufruf dazu, bewusst die Zeit zu nutzen. Morgen wollte ich es angehen, wollte ich endlich loslegen. Morgen würde ich eine Geschichte leben, die es wert war, später erzählt zu werden.

Der Zug erreichte München etwas verspätet. Während ich auf die Regionalbahn in den Süden wartete, rief ich Jakob an. Die Kinder waren schon ganz aufgeregt, das hörte ich im Hintergrund, denn es war Muttertag, auch wenn es schon auf den Abend zuging. Sie wollten mich abholen, aber ich bestand darauf, die zehn Minuten vom Bahnhof Tegernsee, aus der Stadt hinaus und den Berg rauf bis zu unserem Ortsteil den Bus zu nehmen. Es war kein Mensch auf der Straße, schon gar nicht bei diesem grauen Wetter.

Wir lebten in einer guten, ruhigen Wohngegend, überwiegend gediegene Einfamilienhäuser, inmitten von gepflegten Gärten. Viele wohlsituierte Familien mit Kindern, die aus den unterschiedlichsten Ecken Deutschlands hierher gezogen waren. Man war sich darin einig, dass man so schnell nicht mehr weg wollte.

Unser Haus lag direkt an der Ecke. Ein Bungalow von 1965, nichts Besonderes, aber großzügig angelegt und umgeben von einem großen Grundstück mit vielen Bäumen und Sträuchern. Wir hatten den Garten so belassen, wie er war, er hatte uns gefallen.

Schon vor der Gartenpforte nahm ich den Geruch des Kaminofens wahr. „In der Übergangszeit werden Sie den Ofen lieben“, hatte uns der Vorbesitzer damals gesagt. Tatsächlich roch man die Gemütlichkeit bis draußen. Ich hatte kaum den Schlüssel im Schloss herumgedreht, da raste mir schon Wilma entgegen und rief: „Mama, juhuuuu!“

Ihre Überschwänglichkeit war herrlich und ging immer direkt ins Herz. Sie hatte schon ihren Frotteeschlafanzug an und roch nach Banane.

„Herzlichen Glückwunsch zum Muttertag! Jippie, heute ist Muttertag! Ich liebe dich, Frieda liebt dich, Papa liebt dich und Kater Tom liebt dich auch. Wir alle lieben dich bis ins Universum! Wie gut, dass du wieder da bist! Wir waren im Kino, ein Flugzeug ist in den Urwald gefallen und nur der kleine Junge hat überlebt. Mama, Mama, Mamaaaa, ich muss dir was zeigen…“

Frieda erschien in der Wohnzimmertür. „Hallo Mama!“

Im Vergleich zu ihrer jüngeren Schwester hatte Frieda eine verhaltene Stimme. In ihrer Klasse gehörte sie zu den kleineren Mädchen, und ihre Gesichtszüge waren fein. Die blonden Haare lagen lang und dünn auf ihren zarten Schultern.

„Hallo, mein Engel“, begrüßte ich sie.

Jakob kam die Kellertreppe hoch. „Hallo, Schatz. Bonjour, ça va?“ Seine Stimme hatte wie immer eine theatralische Note. Mit großer Geste drückte er mich an sich. Manchmal fragte ich mich, wen er mit diesem Schauspiel beeindrucken wollte.

„Eins, zwei, drei und los“, wies Wilma die anderen an. „Liebe Mama, alles Gute zum Muttertag!“

Die Mädchen und Jakob holten einen Blumentopf mit einer roten Rose hinter der Küchentheke hervor.

„Wow! Das ist ja lieb von euch! Wie schön – drei volle Blüten und so viele Knospen.“ Gerührt nahm ich die Blume entgegen. Auf dem Schildchen mit der Pflegeanleitung stand „Angelique“, der Name der Rose. Angelique war umzingelt von roten Holzstäbchen mit kleinen Herzen am oberen Ende.

„Ich hab noch was für dich, Mama!“ Frieda holte hinter ihrem Rücken eine Blume aus buntem Tonpapier hervor.

„Ach, wie toll!“, sagte ich. „Habt ihr das in der Schule in Werken gemacht?“

Frieda nickte und strahlte.

„Und ich hab auch noch was für dich!“ Wilma kam aus ihrem Zimmer gerannt und hielt mir ein zerknittertes Bild mit einem Osterhasen entgegen. Es war mir seit Ostern mehrfach in die Hände gefallen.

„Das ist aber süß! Vielen Dank, mein Liebling.“

Wilma war es ziemlich egal, was sie verschenkte. Hauptsache, sie konnte etwas überreichen.

Der Abendbrottisch war schon gedeckt. Kater Tom saß auf einem Stuhl und versuchte, sich unbemerkt dem Schinken zu nähern.

„Tom, hey, runter da!“ Ich klatschte in die Hände und er sprang hinunter auf den Boden.

„Und, wie war es bei euch? Was habt ihr alles unternommen?“, wollte Jakob wissen.

Ich erzählte grob, was wir die letzten drei Tage gemacht hatten. Alexa und ich hatten ein nettes Studio direkt in Montmartre gemietet. An einem Abend war das Wetter so schön, dass wir uns mit einem Picknick auf die Treppen vor Sacré-Coeur setzten. Wir sahen auf die Stadt hinunter und beobachteten das Treiben um uns herum. Dabei erinnerten wir uns an all die verrückten Dinge, die wir vor vielen Jahren bei einer Parisreise erlebt hatten. Diesmal war es beschaulicher. Wir waren auf zwei Flohmärkten gewesen und hatten eine Bootsfahrt auf der Seine gemacht. Das war für uns beide neu gewesen. Am letzten Abend suchten wir einen Club, der früher eine Institution gewesen war. Ich war felsenfest davon überzeugt, dass er zu Paris gehörte wie der Eiffelturm und dass die Feierlustigen dort nach wie vor Schlange stünden. Alexa war skeptisch. Als wir nach einem langen Fußmarsch endlich die Adresse gefunden hatten, standen wir vor einem heruntergekommenen Gebäude mit eingeschlagenen Fenstern. Hier feierte keiner mehr. Also liefen wir zur nächsten Métro-Station und fuhren heim in unser Studio – froh, eine halbe Stunde später todmüde ins Bett fallen zu können…

Am Ende meines Berichts war ich gedanklich wieder bei meinem Traum. Er beschäftigte mich viel stärker als die Eindrücke des restlichen Wochenendes. Etwas kribbelte in mir, meine Erregung hallte in mir nach. Ich rutschte auf dem Stuhl herum, hatte Mühe, auf die Fragen meiner Familie einzugehen. Morgen früh rufe ich Raul an, dachte ich. Wenn ich es nicht gleich mache, mache ich es nie. Der Alltag treibt berufstätige Mütter mit einer Wahnsinnsgeschwindigkeit durch die Zeit. Eh du dich versiehst, sind zehn Jahre ins Land gegangen oder sogar zwanzig und du hast die immer gleiche Gedankenmühle nie verlassen. Morgen werde ich aus der Mühle ausbrechen, versprach ich mir.

Jakob schlief schon, als ich ins Schlafzimmer kam. Ich holte mir leise einen frischen Schlafanzug aus dem Kleiderschrank, knipste die Leselampe aus und ging in unser Gästezimmer. Dort hatte ich mich vor einer Weile einquartiert. Ich streckte mich im Bett aus, löschte das Licht und versank in Gedanken.

Wie war das mit Raul damals gewesen? Ich sah uns in seinem Wohnzimmer, in dem wir eng umschlungen zu langsamer Klaviermusik tanzten. Ich spürte, wie er mich sachte an sich drückte. Meine Stirn ruhte an seinem Hals und der warme Hauch seines Atems streichelte meine Wange. Wir verharrten eine süße Ewigkeit in dieser Sanftheit, bis die Klaviersonate zunächst bewegter und dann immer eilender vorwärtsdrängte. Rauls Hände nahmen das Tempo des Pianisten auf. Es dauerte nicht lang, bis die Dämme des Adagios brachen. Raul hatte das südländische Temperament seiner Mutter im Blut. Sie war Argentinierin. Von ihr hatte er den ebenmäßigen Teint, die dunkel funkelnden Augen und das kräftige dunkelbraune Haar. Raul war groß und muskulös. Er füllte den Raum mit seiner Präsenz, war voller Lebensfreude und Charme. Raul war ein Mann, der ganz Mann war.

Mein Atem stockte unter seinen auf einmal ungestümen Berührungen. Entschlossen hob er mich hoch, trug mich ins Schlafzimmer und bettete mich kraftvoll und zugleich mit unendlicher Vorsicht – als lege er etwas sehr Kostbares ab – in die Kissen. Ich hielt die Augen geschlossen, mein Herz klopfte schnell. Das Öffnen seiner Gürtelschnalle klang um vieles lauter in meinen Ohren als das Prestissimo, das aus dem Wohnzimmer zu uns herüberdrang…

Ich hatte Mühe, an diesem Abend in den Schlaf zu finden.

Am nächsten Morgen wurde mein Atem flach, als es endlich ruhig war im Haus und ich seinen Namen in die Suchmaschine eingab. Nach wenigen Klicks schon wurde ich fündig: Raul Petters, Senior Vice President, International Supply Chain Management, Rabens & Co. SE, Berlin. Wie gut, dass er seinem Arbeitgeber treu war. Offensichtlich hatte er noch immer keine Idee, was er sonst mit seinem Leben anfangen konnte.

Nun, da ich wusste, wo ich ihn erreichen konnte, schlug mir das Herz bis zum Hals. Ich lief kopflos durchs Haus, räumte hier und da ein bisschen auf und überlegte krampfhaft, was ich Raul sagen wollte. In meiner Aufregung fiel es mir schwer, einen klaren Gedanken zu fassen. Ich merkte nicht, wie die Zeit verging, bis mich die Kirchglocken aus meinem Tun rissen – wenn ich Raul noch erreichen wollte, musste ich mich beeilen. Ich zwang mich, nicht weiter nachzudenken, wählte stattdessen mit schwitzigen Händen die Nummer der Zentrale von Rabens & Co..

„Rabens & Co., guten Tag! Was kann ich für Sie tun?“

„Guten Tag, Freia Meinert mein Name. Könnten Sie mich bitte mit Herrn Petters verbinden?“

„Gern. Einen Moment bitte!“

Um Himmels willen! In welcher Angelegenheit wollte ich Raul denn eigentlich sprechen? Was sollte ich der Sekretärin sagen? Das, was ich mir gedanklich zurechtgelegt hatte, hatte mich meine Nervosität vergessen lassen. Noch konnte ich auflegen. Während die Warteschleifenmusik durch die Leitung tönte, wurde ich panisch. Ich versuchte, mich zu beruhigen. Vielleicht war Raul ja direkt dran, nicht seine Vorzimmerdame. Was, wenn es gleich „Petters!“ durch die Leitung donnerte? Rauls Weise, sich am Telefon zu melden, kam einem Ausruf gleich. Laut, fordernd, präsent. Das hätte mich jetzt überfordert…

„Hören Sie? Da meldet sich keiner“, sagte die Dame von eben. „Ich nehme an, das Sekretariat ist schon zu Tisch.“

„Ach so.“ Erleichterung machte sich in mir breit. „Ist es vielleicht möglich, Herrn Petters mobil zu erreichen?“

„Nein, tut mir leid. Mobilnummern dürfen wir nicht herausgeben. Bitte versuchen Sie es doch später noch ein Mal.“ Und aufgelegt.

Ich starrte auf die Homepage von Rabens & Co. und atmete schwer. Irgendwo hatte ich gelesen, dass die Halbwertszeit von Adrenalin nur ein bis drei Minuten beträgt. Manchmal denke ich in Stresssituationen daran und habe dann nach drei Minuten ein gutes Gefühl. Auch jetzt war ich nach drei Minuten wieder in der Lage zu denken. Ich musste die Zeit, die ich zur Verfügung hatte, nutzen. Sonst wurde nichts aus den Geschichten, die ich später erzählen wollte.

Welche Möglichkeiten hatte ich sonst noch? Nach kurzer Überlegung drückte ich die Wiederwahltaste.

„Rabens & Co., guten Tag. Was kann ich für Sie tun?“

Es war dieselbe Stimme. „Ja, hallo. Jetzt bin ich es noch mal. Sagen Sie, es wäre wirklich wichtig, Herrn Petters zu erreichen. Hätten Sie wohl eine E-Mailadresse für mich?“

„Ja, sicher. Die kann ich Ihnen geben.“ Die Rezeptionistin gab mir die Adresse durch.

Ich bedankte mich und legte auf.

Schreiben, das war überhaupt viel besser! Mir blieben noch ein paar Minuten, bis ich losmusste. Das reichte immerhin für eine kurze Nachricht.

Datum: 11.05.2016 12:03

Betreff: Hola chico…

Raul, wie geht es dir? Wie ich sehe, bist du deinem Arbeitgeber gegenüber sehr loyal. Das ist schön, weil ich so immer weiß, wo ich dich finde 😉

Hast du auch eine private Mailadresse?

Liebe Grüße, Freia

 

YES! Geschafft. Ich hatte mich selber im Wartezimmer aufgerufen, den ersten Schritt getan. Meinen inneren Schweinehund überwunden! Die Kugel hatte ihren Lauf verlassen. Und jetzt… musste ich Wilma abholen.

Ich stand vor der Schule. Die Sonnenstrahlen waren schon erstaunlich kräftig. Wilma war wie immer die Letzte. Die anderen Erstklässler waren bereits an mir vorbei gegangen, die Jacken hinter sich auf dem Boden herschleifend.

„Heute male ich was Wunderwunderschönes – mit Gelb.“ Wilma begrüßte mich meist mitten aus ihren Überlegungen heraus. Ich nahm ihr die Jacke ab.

„Aber erst mache ich eine Brotdose für Tom. Da tue ich seine Lieblingsleckerlis hinein, und wenn er dann stillhält, male ich auch sein Schnäuzchen gelb an. Mama, das nächste Mal, wenn Religion ist, dann muss ich so eine leere CD mitbringen. Dann brennt die Lehrerin ein Lied drauf, den Räuber-Rap. Die Geschichte dazu geht so…“

Viele Erstklässler können nahezu unablässig reden – so auch Wilma. Glücklicherweise braucht sie, bemessen an ihrer Gesamtredezeit, nur wenig wirkliches Zuhören von mir. Schon nach ein paar Schritten merkte ich, wie meine Gedanken zu Rabens & Co. nach Berlin wanderten. Ich griff nach meinem Smartphone und schaute auf das Display. Tatsächlich, eine Antwort! Das ging aber schnell…

Nervös öffnete ich die Antwortmail.

Datum: 11.05.2016 12:09

Betreff: AW: Hola chico…

Freia, schön von dir zu hören! Ich freu mich!

Habe zum 30.6. gekündigt… Wie geht es dir?

Raul.petters@web.de 

Lieben Gruß,

Raul Petters

Senior Vice President

International Supply Chain Management

Ganze sechs Minuten später! Er hatte sich für mich die Zeit genommen. Bestimmt war er vollauf damit beschäftigt, seine zwanzigjährige Betriebszugehörigkeit in dem Laden abzuwickeln. Der Gedanke weckte die Hysterie in mir. Anscheinend war ich wichtig genug für ihn, eine willkommene Abwechslung. Wow! Mein Ego setzte zu einem dreifachen Rittberger an. Am liebsten wäre ich mit Vollgas nach Hause gefahren, hätte mich in mein Arbeitszimmer eingeschlossen und eine lange Antwort geschrieben. Stattdessen fuhr ich mit Wilma zum Zahnarzt, ein Termin stand an.

Und dabei kam mir wieder dieser Ohrwurm in den Sinn:

One day baby, we’ll be old

oh baby, we’ll be old

and think of all the stories

that we could have told.

Ich dichtete weiter:

But now baby, we are young

oh baby, we are young,

living all the stories

that we’re gonna tell.

„So geht der Räuber-Rap aber nicht, Mama!“

Mir war gar nicht aufgefallen, dass ich laut gesungen hatte. Über den Rückspiegel lächelte ich Wilma an. „Ich weiß, mein Schatz. Das Lied ist von… Äh, ich weiß gar nicht, wie der Sänger heißt. Jedenfalls hat DJ Wankelmut eine schöne Version davon herausgebracht.“

„Was heißt ,Wankelmut‘ Mama?“

„Das bedeutet sowas wie ,Unzuverlässigkeit‘.“

Wilma lachte. „DJ Unzuverlässigkeit, das ist lustig!“

Der Zahnarzt war erfreulicherweise zuverlässig, Wilma kam sofort dran. Wie immer, wenn wir hier waren, dachte ich, dass früher doch nicht alles besser gewesen war. In meiner Kindheit gab es nur ein Behandlungszimmer, für Erwachsene und Kinder ein und dasselbe. Es gab keine blauen Wände mit Meerestieren, keinen Kinderbehandlungsstuhl mit Flachbildschirm darüber und auch keine Wundercreme mit der Wahl zwischen Cola- und Erdbeergeschmack. Es gab nicht mal eine Betäubung.

Ich lächelte Wilma in ihrem Zwergenstühlchen zu und fragte mich, was mehr wirkte: Yakari, der Comic-Held auf dem Bildschirm, oder die Cola-Wunder­creme. Den Zahnarzt schien sie gar nicht zu bemerken.

Ich drehte mich zum Fenster und fischte das Handy aus meiner Handtasche. Wieder rief ich Rauls Antwort auf. Er freute sich – mit Ausrufezeichen! –, von mir zu hören. Ich stellte ihn mir vor, Raul in Schlips und Kragen, immer engagiert bei der Arbeit und mitten drin im Geschehen. Er konnte gut mit Zahlen umgehen, fast noch besser als Jakob. Aber er zeigte auch Gefühl. Und er hatte Lust! So war es jedenfalls mal gewesen. Aber wer weiß schon, wo wir heute stünden? Vielleicht würde er mir genauso wie Jakob die Schuld an seinem Lustschwund geben. Durch meine, wie Jakob sagte, „ewige Kritik“: Zu viel Zigaretten, zu viel Alkohol, zu viel Arbeit, zu wenig Zeit für die Familie. Das übliche Blabla. Doch unabhängig davon, wie es jetzt sein würde: Was Erotik und Sex anbelangte, lagen zumindest damals Welten zwischen den beiden.

„Prima, Wilma, du hast es geschafft. Jetzt darfst du dir noch etwas aus der Kiste aussuchen.“

Die Stimme des Zahnarztes holte mich in die Gegenwart zurück. Er verabschiedete sich von mir mit einem kurzen festen Händedruck und wir verließen die Praxis.

Als wir vor unserem Haus parkten, hockte Frieda schon draußen auf der Treppenstufe. In letzter Zeit fielen in ihrer Klasse andauernd Unterrichtsstunden aus. Ihre Begrüßung klang genervt: „Warum kommt ihr jetzt erst? Was gibt es zu essen? Ich hab so Hunger!“

Die Antwortmail an Raul musste also weiter warten. Immer wieder beschlich mich das Gefühl, nicht als eigenständige Person mit eigenen Bedürfnissen zu existieren. Ich lief für die anderen, wusste oft abends gar nicht mehr, was ich den ganzen Tag über alles getan hatte. Es wurde höchste Zeit, daran etwas zu ändern.

2

Datum: 11.05.2016 16:27

Betreff: Glück gehabt…

…dass ich dich also noch ausfindig gemacht habe. Natürlich bin ich neugierig, warum du gekündigt hast und was du vorhast, aber ich will nicht in aller Kürze erfahren, wie es dir geht, weil es mir, entschuldige bitte, gerade wichtiger ist, loszuwerden, wie es mir geht.

VERSION 1: Mir geht es sehr gut – die Familie ist gesund, ich kann meine Arbeit gut mit ihr verbinden, und wir sind an einen wunderschönen Ort gezogen, an dem ich mich total wohlfühle. Wir hatten riesiges Glück mit dem Freundeskreis. Nach all den Umzügen haben wir endlich Leute kennen gelernt, die auf der gleichen Wellenlänge sind. Ich genieße es, den Mädchen in dieser „heilen Welt“ beim Wachsen zuzuschauen.

VERSION 2: Mir geht es sehr gut – wenn ich aber diesen wunderschönen Ort ausnahmsweise mal für ein paar Tage verlasse, kann es sein, dass sich irgendwo in mir ein Raum öffnet, aus dem mir ein kleines Stimmchen ins Ohr flüstert: „Hey… dir fehlt die Leidenschaft.“

Gestern bin ich von einem verlängerten Wochenende in Paris zurückgekommen. Auf dem Rückweg nach München hatte ich einen Traum, einen ziemlich eindeutigen, in dem du – out of the blue – die Hauptrolle gespielt hast. Richtig gelesen! Ich habe herumgegrübelt, aus welcher Hirnwindung du einfach so daherspaziert kamst. Ich hatte keine Erklärung, aber der Auslöser ist auch egal. Was mich innerlich ins Wanken gebracht hat, war die Intensität dieses sehr leidenschaftlichen Traumes.

Und das wollte ich dir jetzt erzählen, ich musste es einfach loswerden. Ganz egoistisch.
Liebe Grüße, Freia

Wie einfach es doch sein konnte, wenn man sich klar machte, dass man nichts zu verlieren hatte.

„Wenn wir dann alt sind und unsere Tage knapp, und das wird sowieso passieren, dann erst werden wir kapieren – wir hatten nie was zu verlieren, denn das Leben das wir führen wollen, das können wir selber wählen.“ Die Worte der jungen Poetry-Slammerin berührten mich. Halb so alt wie ich ist sie erst, dachte ich, als ich ihr Gedicht gelesen hatte, und setzt sich bereits mit der Endlichkeit auseinander.

Zwei Stunden später kam Rauls Reaktion.

Datum: 11.05.2016 18:36

Betreff: AW: Glück gehabt…

Gelesen, aber kann erst morgen antworten.

 

Mein Zustand entspannter Gelassenheit ging schlagartig in angstvolles Leiden über. Wie quälend es doch sein konnte, obgleich man wusste, dass man nichts zu verlieren hatte. Was sollte das nun heißen? Ich malte mir alles Mögliche aus. „Gelesen, aber kann erst morgen antworten.“ Diese nur sechs Wörter machten mich fertig. Ich hatte meine doppelte Identität radikal offen gelegt: Meine Fassadenpersönlichkeit, also das, was ich so im Allgemeinen nach außen zeig­te, und meine unsichtbare Existenz, die mit ihren Schwächen und Bedürfnissen alleine war. Okay, ich hatte meine Intention so unauffällig wie möglich verpackt, aber der vehemente Wunsch nach Daseinsberechtigung meiner unsichtbaren Existenz war mir zu dem Zeitpunkt selbst noch nicht klar. Nach außen war ja auch alles weitgehend in Ordnung. Bis auf wenige Eingeweihte ging unser Umfeld davon aus, dass unsere Ehe nicht wesentlich schlechter war als die meisten. Und ja, auch ich war mir stellenweise nicht sicher, ob ich nicht einfach gnadenlos undankbar war. Schließlich hatte ich zwei gesunde Kinder, keinerlei wirtschaftliche Nöte und auch keine gesundheitlichen Probleme. Ging es mir vielleicht zu gut?

Jakobs Lust zog aus, als ich und meine Veränderungswut bei ihm einzogen. Bis zu meiner Volljährigkeit hatte ich bei meinen Eltern erlebt, wie es war, wenn eine Frau ihrem Mann gegenüber den Ton angibt. Und wie dieser Mann sich verhielt, wenn er gelernt hatte zurückzustehen. Damit zog ich fort, mein eigenes Unwesen in der Welt und im ehelichen Hafen zu treiben, die Prägung meiner Eltern im Gepäck. Nein, Jakobs Erziehung war nicht vergleichbar mit der meines Vaters, da war ich sicher. Aber an mir hatte ich den einen oder anderen Zug meiner Mutter wahrgenommen, den ich lieber im Elternhaus zurückgelassen hätte.

Wie konnte ich mir sicher sein, dass meine Erwartungen Jakob gegenüber nicht überzogen waren? Tatsächlich war ich mit den Jahren mehr und mehr zu der Überzeugung gelangt, dass ich diejenige war, die sich ändern musste. Und ich war verzweifelt genug, mir dafür Hilfe zu holen. Ich lernte viel über mich und das Leben. Und mir wurde klar, dass es nicht nur die Intimität auf körperlicher Ebene war, die mir fehlte. Geist und Seele waren ebenfalls unterversorgt. Und das war bei Weitem schlimmer.

Diese unsichtbare und unterversorgte Seite hatte ich Raul gezeigt. Die Geschichte mit ihm war zwar schon lange beendet, aber sie fühlte sich nie richtig abgeschlossen an. Das lag vielleicht daran, dass unsere Beziehung noch in der Phase endete, in der das körperliche Begehren übermächtig war. Ich war es, die damals den Schlussstrich zog, weil ich mich nicht weiter traute. Ich hatte das sichere Gefühl, von ihm verletzt zu werden. Früher oder später würde Raul mehr Freiheit brauchen, als ich zu gewähren bereit war. Deshalb ging ich.

Und nun hatte ich mich in einer langen Mail nach jahrelanger Funkstille offenbart. Und er vertröstete mich auf morgen. Wie war das bloß möglich? Irgendwie brachte ich den Rest des Tages rum und konnte mich nur sekundenweise auf das, was ich gerade tat, konzentrieren. Ich war überwältigt von dem Ge­danken an das, was Raul antworten würde. Er erdrückte einfach alles.

Am nächsten Morgen war ich noch unruhiger. Ich brauchte ewig für die Überarbeitung eines dreiseitigen Arbeitsvertrages. Mit jeder Stunde, die verging, wurde mein Blick auf die Geschehnisse des Vortages nüchterner. Immer wieder las ich mir meine Mail durch. Hatte ich diese Nachricht tatsächlich an Raul geschrieben? Ein schüchterner Ruf aus der anerkennungslosen familiären Zone hinaus in die Welt? Wie larmoyant. Ich sank in meinem Schreibtischstuhl zusammen. Hatte ich im Ernst damit gerechnet, dass Senior Vice President Raul Petters noch irgendein Interesse an mir hatte?

Auf den Fotos, die ich im Netz von ihm fand, sah er fast unverändert aus. Der Erfolg hatte ihn weder dick noch alt werden lassen. Dem liefen bestimmt noch die 20- bis 30-Jährigen hinterher! Was sollte er da mit einer verflossenen Mama, deren innere Stimme irgendwas von Leidenschaftsdefizit faselte? Lachhaft. Wahrscheinlich wollte er nicht unfreundlich sein und stellte mich deswegen in die Warteschleife. Vielleicht ließ er sich ein bisschen Zeit, bis ihm eine Formulierung einfiel, die künftige Optionen offen ließ. Falls die jungen Dinger mal nervten. Vielleicht bedeuteten seine Worte einen Euphemismus, der eigentlich besagte: „Gelesen, aber keine Lust, darauf einzugehen.“ So was wie „geistig minderbemittelt“ statt „strunzdumm“. In dem Fall würde er überhaupt nicht antworten. Vielleicht, vielleicht, vielleicht.

Sei’s drum, sagte ich mir. Das Einzige, das ich verloren haben würde, war eine Illusion. Die Illusion, dass irgendwo in dieser Welt jemand existierte, der mich begehrte. Der mich einmal begehrt hatte. Die Illusion einer stillen Hoffnung, die eines Tages real werden könnte. Davon würde die Welt nicht untergehen. Ich hatte schließlich Übung darin, mir mein inneres Gleichgewicht herbeizureden, und wenn nur für den äußeren Schein.


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Frederika Mai, gebürtige Hamburgerin, ist promovierte Betriebswirtin und war 15 Jahre in verschiedenen Dienstleistungsunternehmen beschäftigt. Seit 2010 ist sie als Karriereberaterin selbständig, lebt mit ihrer Familie in Starnberg und schreibt derzeit an ihrem zweiten Roman.

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