Wo der Regenbogen anfängt

Prolog

Wicklow, Irland, 22. August 2009

 

„Ich bin im Himmel“, flüstere ich leise. Oh Mann, Maeve, jetzt mal nicht so übertreiben, ermahne ich mich sogleich und kuschle meinen Körper ganz dicht an den von Patrick.

„Alles in Ordnung?“, fragt er. Seine warme Handfläche gleitet über meinen Rücken und er drückt mich noch mehr an sich ran.

Ich höre ihn und doch bin ich tief in meiner Gedankenwelt versunken. Ob alles in Ordnung ist? Wenn ich bei ihm liege, fühlt es sich so an und anderseits weiß ich, dass nichts in Ordnung ist. Ich hebe meinen Kopf von seiner nackten Brust und sehe ihm in sein Gesicht.

„Ja“, antworte ich mit leiser Stimme und verspüre dabei ein mattes, aber auch zufriedenes Gefühl. In seinen Armen fühle ich mich wunderbar geborgen.

„Warum siehst du mich dann so traurig an? Tut dir etwas weh? Habe ich dich verletzt?“, fragt er mit seiner ruhigen Stimme.

Ich schüttle den Kopf, außerstande, die Frage wahrheitsgemäß zu beantworten. Körperlich bin ich zwar unversehrt, wenn auch befleckt, wie Oma es ausdrücken würde. Doch mein Herz, mein Herz blutet bei dem Gedanken, morgen abreisen zu müssen. Ich lasse den Kopf wieder sinken und presse mein Ohr auf sein Herz. Durch meine Berührungen schlägt es noch kräftiger. Ich lächle und streiche mit den Fingerspitzen über seinen Bauch, wovon er eine Gänsehaut bekommt. Das dünne Laken verdeckt den unteren Teil seines Körpers und meinen ebenso.

„Was ist los?“, drängt er auf eine Antwort. Anscheinend reicht ihm mein Kopfschütteln nicht.

„Ich möchte nicht abreisen. Ich möchte hier bei dir bleiben“, sage ich diesmal ehrlich und sehe, wie sich seine Lippen zu einem Lächeln verziehen.

„Dann bleib doch hier“, schlägt er großspurig vor, als sei es die logische Konsequenz unseres Zusammentreffens, und obwohl er genau weiß, dass ich das nicht kann.

„Ich bin doch erst siebzehn. Ich kann nicht bleiben, wenn meine Eltern das nicht wollen, und glaub mir, sie würden es nicht wollen“, antworte ich resigniert.

Wieder hebe ich den Kopf und sehe in seine hellen blauen Augen, die mich immer an einen Husky erinnern. Seine kurzen braunen Haare stehen wild in alle Himmelsrichtungen. Er sieht so scharf aus. Ich seufze und löse meine Hand von seinem Bauch.

„Hey“, protestiert er.

Meine Finger legen sich auf seine Wange und mit dem Daumen streiche ich über seine Lippen. „Ich kann einfach nicht bleiben.“ Ich kann die Traurigkeit, die meine Stimme färbt, nicht verbergen.

„Ich musste wenigstens versuchen, dich zu überzeugen.“

Unter meinem Daumen verziehen sich seine Lippen erneut zu einem hinreißenden Lächeln. Mein Herz beginnt zu flattern und ich lächle zurück. Eindeutig, ich bin bis in die Haarspitzen verliebt. Meine roten Wellen liegen überall. Auf, unter und neben ihm. Es sieht so aus, als wollten auch sie ihn auf gar keinen Fall gehen lassen. Obwohl ich diejenige bin, die gehen wird.

Patrick schiebt einen Arm zwischen mich und die Matratze, den anderen legt er schräg über meinen Bauch und zieht mich auf sich. Entkommen ist unmöglich, so fest hält er mich, und als er heiße Küsse auf meinem Hals und Gesicht verteilt, genieße ich die wohlige Nähe. Wenn Küsse Inseln und Kontinente verschieben könnten, dann wäre Irland morgen schon das Nachbarbundesland von Berlin. Ich will nicht weiter darüber nachdenken, denn noch ist nicht morgen. Noch bin ich hier.

Sein Mund findet meine Lippen und ich schiebe mich etwas mehr auf ihn. Mehr Haut fühlen, mehr Leben spüren, mehr Patrick lieben. Ich lasse mich einfach in diesen Rausch der Gefühle fallen.

***

Es ist mitten in der Nacht, als ich wach werde. Langsam und vorsichtig, darauf bedacht, Patrick nicht zu wecken, befreie ich mich aus seiner Umarmung. Ich setze mich auf den Bettrand und wühle blind in dem Klamottenhaufen vor dem Bett herum. Langsam gewöhnen sich meine Augen an die Dunkelheit und ich erkenne, wonach ich greife. Zuerst habe ich Patricks Jeans in der Hand, dann meinen BH und meinen Rock.

„Wo ist denn nur mein Slip abgeblieben?“, frage ich flüsternd in den Raum hinein, als würde er: „Hier!“, rufen können. Ich sehe mich um und finde ihn am Bettpfosten hängen. Nur in Unterwäsche bekleidet suche ich auf dem Fußboden weiter nach meinen Sachen. Mein Top kann ich einfach nicht finden, also schnappe ich mir kurzerhand Patricks T‑Shirt. Als ich es über den Kopf ziehe, hüllt mich sein Geruch ein, und ich möchte am liebsten sofort zurück in das Bett krabbeln, mich an ihn drücken und nie wieder loslassen. Warum bin ich überhaupt aufgestanden?

Schnell beantworte ich mir meine gefühlsduselige Frage selbst. Ich muss gehen, bevor ich anfange zu heulen wie ein kleines Kind. Er würde mir womöglich sagen, was ich ihm bedeute und dass er wirklich nicht will, dass ich gehe. Vielleicht würde ich auch feststellen, dass er mich nur ins Bett kriegen wollte. So oder so, ich muss raus – jetzt.

Ich ziehe meinen Rock an, schnappe mir meine Flip-Flops und meine Handtasche und schleiche mich zur Tür. Leise öffne ich sie und bin dankbar, dass sie mein Verschwinden nicht mit fiesen Quietsch-Geräuschen kommentiert. Ich verlasse den Anbau des großen Haupthauses über einen kurzen Flur und durch die separate Eingangstür. Mit einem leisen Klicken fällt die Tür hinter mir ins Schloss und ich bin draußen.

Der ordentlich gepflasterte Hof, inklusive der Einfahrt, liegt verlassen vor mir. In dem großen Baum, der von dem Gebäude auf drei Seiten umschlossen wird, rascheln die Blätter leise. Es ist noch dunkel und doch kündigt sich der bald anbrechende Tag durch Vogelgezwitscher an.

Eilig laufe ich die Auffahrt entlang und verlasse meine Urlaubsliebe auf unbestimmte Zeit. Ich bin traurig darüber und doch erleichtert, dass Patrick mein Verschwinden nicht bemerkt hat. Langsam atme ich aus, werfe die Flip-Flops vor mir auf den Boden und schlüpfe hinein. Die Abgeschiedenheit des Hofes wirkt extrem ungewohnt auf mich Stadtkind, doch ich habe es nicht weit bis zu dem Haus meiner Tante. Also krame ich für den knapp halbstündigen Fußweg mein Handy hervor und verlasse das Grundstück. Ich schalte es ein, gebe meine PIN ein und das Display blendet mich kurz. Ich erschrecke über die Zahlen in den kleinen roten Kreisen der Apps. Es ist kurz nach vier und ich habe einundzwanzig Anrufe in Abwesenheit sowie zwei Nachrichten erhalten. In dieser Kombination sieht das nach mordsmäßigem Ärger aus.

„Scheiße“, schimpfe ich flüsternd.

In einem Anflug von Panik überlege ich mir eine Ausrede. Warum bin ich nicht erreichbar gewesen? Wo war ich so lange?

Sollte ich mir die Sprachnachrichten anhören? Nein, lieber nicht. Denn ich weiß ganz genau, was hinterlassen wurde. Ich öffne meine Playlist und fische die Kopfhörer aus meiner Handtasche. Mit guter Musik kann ich einfach besser denken, vielleicht kommt noch die rettende Idee. Ich zerre an dem Kabel, welches sich im Inneren meiner Tasche verheddert hat, und befördere einen Haargummi, Lippenpflegestift und die Packung Kondome heraus. Schusselig und geringfügig überfordert wie ich gerade bin, versuche ich die Kondome mit der Hand, die die Kopfhörer hält, zu fangen, trete dabei in ein Schlagloch und mein Handy rutscht mir aus den Fingern. Während ich stürze, folge ich dem Bogen, den es in der Luft beschreibt, und ich schließe die Augen, bevor ein Platschen ertönt, und mein Mobiltelefon im Straßengraben im Wasser untergeht. Das Brennen an den Knien und Handflächen entlockt mir ein schmerzerfülltes Zischen. Ich liege auf dem Bauch, und ein paar Sekunden lang weiß ich nicht, was ich machen soll. Kurz darauf seufze ich, blinzle die blöden Tränen weg und stehe auf. Zuerst sammle ich die Kondome von der Straße, danach meine Kopfhörer, das Haarband und den Labello. Wütend auf diesen ganzen Kram, weil er dafür verantwortlich ist, dass meine Knie und Handflächen aufgeschürft sind und schmerzen, stopfe ich ihn zurück in die Handtasche. Und noch während ich mich geringfügig daran abreagiere, erreicht mich die Erkenntnis: Mein Problem ist gelöst, das Handy ist untauglich.

Ich gehe die wenigen Schritte bis zur Böschung und beuge mich vor. Es ist bestimmt besser, wenn ich es mitnehme. Ich kann nicht viel erkennen und schätze die Tiefe von mir bis auf den Boden des Grabens auf ungefähr zwei Meter. Ich suche die Vertiefung mit den Augen ab und plötzlich reflektiert etwas das Mondlicht in dem beinahe schwarzen Wasser. Ich streife die Flip-Flops ab, lasse die Tasche neben ihnen liegen, setze mich auf den Rasen, der die Böschung überwuchert, und rutsche vorsichtig nach unten. Es ist eine Überwindung, die Hand in das Wasser zu tauchen, doch ich bin mutig. Es ist tatsächlich mein Handy. Ich umklammere es und krabble eilig den kleinen Abhang wieder rauf. Ein zaghaftes Lächeln stiehlt sich auf meine Lippen – und entgleitet mir im nächsten Moment total, als mich die Erkenntnis trifft, dass ich alle meine Kontaktdaten soeben verloren habe. Alle. Auch die Telefonnummer von Patrick.

„Patrick“, wispere ich erschrocken und möchte weinen, weil mir bewusst wird, dass ich ihn nicht mehr erreichen kann. Nie mehr.

 

Kapitel 2

Fahl scheint die Sonne durch das Dachfenster auf das Fußende meines Bettes. Kleine Staubpartikel tanzen in dicken Streifen hellgelben Lichts und sorgen dafür, dass die Müdigkeit erneut Besitz von mir ergreift. Ich gähne, strecke die Zehen und pelle mich dann aus meiner Sommerdecke. Schlaftrunken stehe ich auf und stoße mir den Kopf an der Dachschräge. Na toll, das kann ja ein prima Tag werden.

Verärgert laufe ich über den zotteligen braunen Teppich zu der Giebelseite mit dem kleinen Fenster. Ich schließe es und löse das Innenrollo, sodass es der Sonne den Eintritt verwehrt. Grummelig reibe ich mir die schmerzende Stelle am Kopf und laufe durch mein Zimmer zum anderen Giebel, um dort ebenfalls das Fenster zu schließen und das Rollo herunterzulassen, damit sich das Zimmer am Tage nicht unnötig aufheizt. Ich schnappe mir einen Jeansrock und ein geblümtes gelbes T‑Shirt sowie Unterwäsche aus dem Schrank und steige die schmale Treppe in die erste Etage hinab.

Im Haus ist es still.

Seit Niamh im Krankenhaus ist, gibt es keine morgendlichen Lachattacken oder überschwängliche Bekundungen mehr darüber, wie gut sie geschlafen und was sie Wundervolles geträumt hat. Traurig trotte ich ins Badezimmer, schließe die Tür hinter mir und gönne mir eine ausgiebige Dusche, um meine Lebensgeister zu wecken.

Als ich die Küche betrete, sitzt Oma bereits mit ihrer Zeitung auf ihrem Stammplatz am Tisch. Sie knickt den oberen Teil der Berliner Morgenpost nach hinten und sieht mich darüber hinweg mit Argusaugen an.

„Schlecht geschlafen, Kind?“

„Ja … nein … ach, ich weiß es nicht.“ Meine maulige und unentschlossene Antwort sorgt dafür, dass sie eine ihrer dünnen schwarzen Augenbrauen nach oben zieht und mit der Zunge schnalzt. Ich fläze mich auf den Küchenstuhl, indem ich mich wie üblich auf mein angewinkeltes Bein setze und beide Ellenbogen auf der Tischplatte neben dem Teller postiere. Meine Stirn landet in den Handflächen und ich gähne noch einmal ausgiebig.

„Dein Haar hängt in der Butter, und ich kann es nicht leiden, wenn du so am Esstisch herumlümmelst.“

Ich hebe den Kopf aus den Händen und sehe zunächst meine gebutterte Haarsträhne, dann Omas leicht verärgerten Blick. Mit einem Schnauben nehme ich die Ellenbogen vom Tisch, löse das Bein von der Sitzfläche unter meinem Hintern und befreie mein Haar mit Hilfe von Küchenkrepp von dem Fettfilm. „Besser?“, frage ich sie, ohne zu lächeln. Oma nervt manchmal richtig mit ihren bescheuerten Tischregeln.

Sie nickt zufrieden, legt die Zeitung beiseite und gießt mir Kaffee ein. Ich angle mir ein Brötchen aus der Tüte und beschmiere es mit Butter und ordentlich Honig. Unser Frühstück verläuft meistens schweigsam, genau wie heute. Ich freue mich, nicht im Café arbeiten zu müssen und doch rückt der Job nicht in den Hintergrund. Mein Handy vibriert in der Tasche meines Rocks und ich weiß, dass es nur Christopher sein kann. Ich ignoriere es und esse mein Honigbrötchen. Dabei meldet sich das Gerät in unregelmäßigen Abständen immer wieder, und bevor ich die zweite Brötchenhälfte bestreiche, sehe ich schließlich nach. Fünf neue Nachrichten von Christopher. Ich rege mich mächtig auf und schalte das Smartphone einfach aus. Er nervt gewaltig, und ohne Koffein im Blut bin ich noch reizbarer als mit – zumindest was ihn angeht. Nach der ersten Tasse Kaffee bin ich ruhiger und ich bemerke, dass Niamh mich nicht erreichen kann, wenn mein Handy aus ist, also schalte ich es wieder ein und erhalte prompt zwei neue Nachrichten. Selbstverständlich nicht von meiner Schwester. Ich seufze.

Wenig später verlassen wir das Haus und steigen in meinen gelben Flitzer. Ich fädele mich nahtlos in den seichten Freitagvormittagsverkehr ein. So weit, so gut. Ich sehe nach links und bemerke die Straßenbahn, die auf selber Höhe mit mir fährt. Ich fühle mich provoziert und gebe etwas mehr Gas, um sie loszuwerden. Ich schaffe es, schaue rasch in den Rückspiegel und nicke mir selbst zu. In der nächsten Sekunde schaltet die Ampel vor mir auf Rot, während die komischen Punkte und Striche auf der Straßenbahnampel ihr die Weiterfahrt gestatten und sie an mir vorbeirattert. Nicht einmal diesen Sieg kann ich für mich verbuchen. Ich bremse und bleibe an der Haltelinie stehen. Eine Gruppe von fünf Jugendlichen überquert vor meiner Motorhaube die Straße und alle gucken mich an. Ein kleiner Junge auf einem Roller, der neben seiner Mutter herfährt, streckt mir die Zunge raus, und ich muss mich extrem beherrschen, nicht auf das Gaspedal zu drücken.

Kurze Zeit später positioniere ich den Wagen ordnungsgemäß in eine Parklücke vor dem Krankenhaus. Ich steige aus dem Auto und wieder piept mein Handy. Christopher! Ich lese sie später, sage ich zu mir selbst und stecke das Handy in die Rocktasche zurück. Oma hebt unterdessen den braunen Flechtkorb mit den Geschenken für unser Geburtstagskind aus dem Kofferraum und stöhnt leicht aber deutlich auf, als sie ihn auf ihrem Unterarm zurechtrückt. Ich werfe hastig meine Tür zu und renne zum Heck meines Wagens. Mit tadelndem Blick nehme ich ihr das schwere Ding ab. „Hättest du nicht einen Moment warten können?“, frage ich leicht gereizt.

„Hättest du nicht später auf deinem Handy rumdrücken können?“, fragt Oma vorwurfsvoll zurück, und ich merke, wie mir der Mund offen stehen bleibt. Oma ist immer schlagfertig, egal was ich tue oder sage, und ich finde es toll, weil wir deshalb viel Spaß haben, doch heute nervt es mich. Überhaupt ist heute ein seltsamer Tag. Ich bin schlecht gelaunt, besonders leicht reizbar und weiß einfach nicht warum.

„Nerven wie Zuckerwatte heute, Mae?“, fragt Oma tonlos. Ich schaue auf und bemerke, dass auch sie mir seit heute früh auf den Wecker geht. Eigentlich kann der Tag nur noch besser werden. Eigentlich.

In meiner Tasche vibriert mein Handy und sofort korrigiere ich meine Hoffnung. Wenn das wieder eine Nachricht von Christopher ist, hat er soeben die Zehn vollgemacht. Ich seufze und frage mich ernsthaft, auf was ich mich mit diesem Mann eingelassen habe.

Es ist kurz vor elf. Die automatischen Türen gewähren uns Einlass in das Krankenhaus und wieder steht dieselbe Informationstante, groß und brünett, in der Eingangshalle am Empfang. Wie kann es sein, dass egal, wann ich ins Krankenhaus komme, immer sie Dienst hat?

Sie grüßt. Ich grüße. Oma grüßt ebenfalls. Wir laufen zu den Fahrstühlen. Diesmal steht eine junge Mutter neben mir, an deren Bein ein strohblonder Junge festgeklebt zu sein scheint, der neugierig auf unseren Geschenkkorb schielt. Gemeinsam betreten wir den verspiegelten und immer muffig riechenden Aufzug. Der kleine Junge stürmt sofort zur Knopfleiste mit den Etagenzahlen, aber seine Mutter bremst ihn zwei Zentimeter vor dem Tastenfeld aus, indem sie ihn beherzt am Kragen packt und uns dabei anlacht.

„Ich denke mir, Sie möchten nicht in jeder Etage einen Stopp einlegen und sich jeden einzelnen Flur, der übrigens auf jedem Stockwerk vollkommen identisch aussieht, anschauen?“

Ich schüttle amüsiert den Kopf und bedanke mich. Es hätte vermutlich in einer Katastrophe geendet, wenn das Vorhaben des blonden Rabauken gelungen wäre. Wahrscheinlich hätte ich mich keine Sekunde später zu der Spiegelwand gedreht und aus purer Frustration und Verzweiflung immer wieder meine Stirn gegen die kühle und glatte Oberfläche geschlagen. Ich atme erleichtert aus und merke, wie sich ein kleines Lächeln in mein so ärgerlich verzogenes Gesicht drängt.

Lauthals quengelt der Junge weiter und er beruhigt sich erst wieder, nachdem ihm versprochen wird, dass er auf dem Weg nach unten alle Knöpfe auf einmal drücken dürfe – wie jeden Tag.

Wir verlassen den Fahrstuhl und betreten die Station. Der Flur liegt wie ausgestorben vor uns. Niemand zu hören und niemand zu sehen.

„Was ist denn hier los?“, erkundigt sich Oma bei mir, doch ich bin ebenso ratlos wie sie und zucke nur mit den Schultern. Wir laufen weiter. Auf dem Weg zu Niamhs Zimmer werden laute Stimmen deutlich und beim Näherkommen auch immer verständlicher.

Ich drücke die Klinke zu dem mir vertrauten Krankenzimmer nach unten, öffne die Tür nur einen winzigen Spalt und schon dringen mir Gelächter und wilde Rufe entgegen. Ich öffne die Tür vollständig und äußerst schwungvoll, trete einen Schritt vor, sodass ich genau im Türrahmen stehenbleibe und starre auf das Treiben vor meinen Augen. In jeder Ecke des eigentlich sehr geräumigen Zweibettzimmers steht oder sitzt eine Person. Der Raum wirkt wie ein Kinofoyer kurz bevor der Film beginnt, der an diesem Tag Premiere hat. Ich bin verwundert, überrascht und definitiv überfordert, denn eigentlich ist so viel gleichzeitiger Besuch nicht gern gesehen.

Die ansonsten kahle weiße Zimmerdecke ist unter einem bunten Meer aus Luftballons verschwunden. Nicht nur die Normalen, sondern auch herzförmige, einige in Tierform und sogar ein überdimensionaler Ballon, der aussieht wie ein Einfamilienhaus mit Vorgarten, sind zu sehen. Ich sehe durch den Spalt, den Köpfe und Luftballons bilden, und da finde ich endlich das Geburtstagskind.

Niamh sitzt mit Krone und Stab auf ihrem Bett, umringt von Freunden, anderen Patienten, Krankenschwestern sowie Pflegern, und strahlt über das ganze Gesicht. Ich rechne nicht damit, dass ihre Freude noch weiter wachsen könnte, doch als sie mich sieht, tritt ein Funkeln in ihre grünen Kulleraugen und sie wedelt wild mit dem flauschig bunten Zepter in der rechten Hand herum.

Ihr Gesichtsausdruck verdrängt in mir jegliche Verärgerung, Wut und Traurigkeit des Tages. Ich fühle mich sofort leichter und freue mich, dass es Niamh so gut geht. Vor allem, dass sie sich in der Lage fühlt, eine kleine, aber doch recht gut besuchte Geburtstagsparty zu schmeißen. Ich schlängle mich – gefolgt von Oma – durch die Gäste und muss andauernd anhalten, um jemanden zu begrüßen. Gefühlte zehn Minuten später stehen wir vor dem hübschen Geburtstagskind, das heute statt Schlafanzug ein wüst geblümtes, rotes Kleid trägt, dazu ein rotes Kopftuch mit vielen kleinen Marienkäfern drauf. Sie sieht hinreißend aus und eigentlich gar nicht krank. Neben ihr hockt Sofie auf dem Bett und ihr Gesicht strahlt ebenfalls so entzückt wie das von Niamh.

„Mae, sieh dir das an“, sagt Niamh zu mir und deutet mit einer allumfassenden Geste auf ihr Umfeld. „Von Sofie ist der Hausluftballon, ihre Eltern haben ihn vorhin mitgebracht, und von ihr habe ich auch ein neues Tagebuch bekommen.“ Sie streckt mir den rosa Traum eines jeden Mädchens entgegen, und ich erkenne ein Foto von ihr und Sofie darauf. Dann presst sie sich das Buch an die Brust, schnieft zufrieden und lässt es in ihren Schoß sinken. Wenn sie so weitermacht und jedes Geschenk in ihrem Schoß Platz findet, ist sie bald dahinter verschwunden, denke ich mir. Ich öffne gerade den Mund, um etwas darauf zu erwidern, als sie weiter drauflosplappert.

„Die Schwestern und Pfleger der ganzen Station haben mir ein Schmusekissen aus verschiedenen Stoffen genäht. Es sieht aus wie ein bunter Hundebär und hört auf den Namen ‚Hubert‘.“ Niamh holt Hubert unter der Bettdecke hervor und setzt ihn auf ihr Knie. Hubert, der Hundebär, ist niedlich. Ich finde einfach kein anderes Wort dafür. Jedes Teil seines ausgestopften Körpers hat eine andere Farbe. Irgendjemand scheint jedoch darauf geachtet zu haben, dass Pfotenballen und Schnauze aus gelbem Samt sind.

Meine exzessive Plüschtierleidenschaft hatte mit acht begonnen und mit achteinhalb geendet. Doch bei diesem Exemplar bin ich geneigt, mein Desinteresse zu überdenken.

Ich strecke die Hand aus, und während ich die gelb karierte Samtpfote von Hubert in den Fingern spüre, beginnt Niamh mit der Präsentation weiterer Geschenke.

Die nächste Stunde vergeht wie im Flug. Niamhs Glück und ihre Freude reißen mich mit. Absolut gar nichts verrät in diesem Moment, wie gefährlich Niamhs Krankheit ist.

Die akute lymphoblastische Leukämie kam vor gut drei Monaten und hat Niamh, Oma und mich seitdem fest im Griff. Mit Schrecken und einem beängstigenden Gefühl in der Magengrube erinnere ich mich an die schwerwiegende Diagnose zurück, die an einem schneereichen Märztag gestellt wurde. Bereits einen Tag, nachdem der Kinderarzt Niamh ins Krankenhaus überwiesen hatte, begann auch schon der Untersuchungsmarathon. Zwei Tage später folgte die erste Phase der Behandlung mit der Vorphase, auch Induktionstherapie genannt, in der eine fast einwöchige Chemotherapie durchgeführt wurde. Ich musste jeden Tag mit ansehen, wie Niamh kämpfte, gegen die Krankheit und die Nebenwirkungen. Die Schläuche, die ihren Körper verunstalteten und umwickelten, machten den Anblick nur noch schlimmer für mich. Ihr Flüssigkeitshaushalt wurde akribisch überwacht und mit Infusionen ausgeglichen, da zusätzlich freigesetzte Harnsäure während der Chemotherapie ihre Nieren hätte schädigen können. Die Krankenschwestern, Pfleger und Dr. Hamilton achteten jedoch auch zwischen den Chemointervallen darauf, dass Niamh ausreichend trank und so genügend Flüssigkeit bekam, um ihre Nieren zu schützen.

Ich wusste von Anfang an, dass meine Schwester gut in dieser Klinik aufgehoben sein würde. Vielleicht auch deshalb, weil unser Vater und Professor Sackenschmitt einst Kollegen gewesen waren. Trotzdem ich hatte so eine Angst, meine Schwester zu verlieren, dass ich im ersten Monat ihrer Therapie jede Nacht bei ihr im Krankenhaus geschlafen habe. Körperlich ging es mir irgendwann so schlecht, dass mich Professor Sackenschmitt an einen Tropf hängen musste, um meinen Kreislauf wieder anzukurbeln. Ich wurde des Krankenzimmers verwiesen und sollte von da an zu Hause schlafen. Kurz darauf erkrankte ich an einer Grippe und einer Fast-Lungenentzündung. In dieser Zeit hatte ich Besuchsverbot und mein Knochenmark konnten wir ebenfalls nicht testen lassen, da mein Körper bei einer bestehenden Kompatibilität nicht stark und gesund genug für eine Entnahme gewesen wäre.

Die Ärzte erzielten trotzdem gute Erfolge und so kam Niamh nach nur sechs Wochen in die zweite von vier Therapiephasen. In dieser konnte auf die Verabreichung von Zytostatika‎ über eine Lumbalpunktion verzichtet werden, da keine Krebszellen in ihrem zentralen Nervensystem vorzufinden waren. Bei diesem Eingriff wäre eine Punktion am Lendenwirbel von Nöten gewesen, um Chemotherapeutika wirkungsvoll zu verabreichen. Dreieinhalb Monate sind seit der Diagnose Leukämie vergangen und seit fünf Tagen ist meine Schwester in der Reinduktionstherapie, der dritten Behandlungsphase. Die Dauer dieser Etappe ist unbestimmt. Wochen bis Monate könne diese Phase andauern, sagte Schwester Sarah am Montag zu mir und streichelte dabei sanft und tröstend über meinen Rücken.

Niamh und Sofie schnippen vor meinem Gesicht mit den Fingern herum. Ich kehre in die Gegenwart zurück und sehe einen übermäßig großen Haufen Geschenke, welcher der Beschenkten die Beine verdeckt. Erschrocken drehe ich den Kopf und bemerke, dass über die Hälfte der vorhin noch anwesenden Partygäste schon gegangen sind.

„Wo sind die alle hin?“

„Na, Mittag essen“, antworten Sofie und Niamh gleichzeitig.

Ich schaue auf die Uhr. Tatsächlich, es ist fünf nach zwölf.

„Ich gehe jetzt auch“, sagt Sofie, „sonst isst Greta meinen Nachtisch auf. Die ist so verfressen, dass glaubt ihr mir nicht. Gestern war sie fertig und ich kaute immer noch auf diesem Hähnchending herum, was die Küche allen Ernstes als Schnitzel bezeichnet.“ Kopfschüttelnd, aber trotzdem lächelnd, verlässt Sofie zu Fuß Niamhs Zimmer. Ich bin erleichtert, dass Niamhs Freundin kurze Wege schon wieder ohne Rollstuhl bewältigen kann. Wir winken ihr zu und sie verspricht, sofort nach dem Essen zurückzukommen. Die letzten Besucher folgen ihr und wir McKees bleiben zurück.

Oma hat auf dem Stuhl in der Ecke Platz genommen und wirkt nervös. Mit den Fingern trommelt sie auf der Tischplatte herum und wartet darauf, dass die Tür sich endlich schließt. Kaum ertönt das Klicken des Schlosses, winkt sie meine Schwester zu sich. „Komm, Mäuschen“, sagt sie. „Jetzt sind unsere Geschenke dran.“

Niamh gräbt sich unter dem Geschenkehaufen auf ihrem Bett hervor und klettert raus. Dann schleicht sie mit langsamen und sehr vorsichtigen Schritten an mir und der Bettkante, auf der ich sitze, vorbei und schmiegt sich in Omas weit geöffnete Arme.

„Herzlichen Glückwunsch, Niamh“, sagt Oma und ich höre genau, wie belegt ihre Stimme ist. Die Dankbarkeit dafür, dass die Enkeltochter ihren elften Geburtstag erleben darf, macht Omas Stimme zittrig. Sie verdrückt sich eine Träne, und dieser Anblick macht mir bewusst, welch wertvolles Geschenk sich mein Schwesterherz selbst gemacht hat. Niamh lebt. Sie ist schwach, aber sie kämpft!

„Danke Oma“, erwidert sie gerührt, denn auch ihr ist die Stimmung unserer Oma keineswegs entgangen.

„Darf ich auspacken?“ Gierig grapschen ihre kleinen Hände in den Korb. „Soll das etwa alles für mich sein?“ Sie macht große Augen und die Angst ist einer Vorfreude gewichen. Niamh erwischt zuerst die Sofortbildkamera.

„Was soll ich denn damit anstellen?“ Sie dreht das klobige Gerät in der Hand, hebt es über den Kopf, dreht es einmal andersrum und sieht auch nach ihrer gründlichen Untersuchung unzufrieden aus. Sie schnauft, drückt frustriert einen Knopf und schon leuchtet der Blitz auf und das erste Foto schießt aus dem Schlitz am unteren Rand. „Cool“, sagt Niamh, fasst das Foto an dem dicken weißen Rand und verengt die Augen zu Schlitzen. „Ich kann nichts sehen“, motzt sie und hält mir das Bild erwartungsvoll vor die Nase. So nah, dass es meine Stirn berührt und ich zu schielen beginne. Ich umfasse ihren Arm, schiebe ihn ein Stück von mir weg und sehe, wie die Konturen schärfer werden.

„Sieh es dir an, Schwesterchen“, sage ich und drehe vorsichtig ihr Handgelenk.

Ihre Augen werden groß. „Das ist ja … total cool“, ruft sie hocherfreut.

Ein paar Sekunden verstreichen und ich erfreue mich an dem wunderbaren Mienenspiel von Oma und Niamh. Sie drehen das Bild, drehen die Köpfe, machen die Augen schmal und halten es mal ganz weit weg und mal unmittelbar vor ihre Nasenspitzen, um zu erkennen, was auf dem Foto zu sehen ist.

„Da sind Haare drauf“, meint Niamh.

„Und ein Ohr“, ergänzt Oma.

„Zwei Ohren sogar. Sie mal, Mae.“

Wieder bekomme ich das Bild vor die Nase gehalten und das Wort Schnappschuss passt auf dieses Foto viel besser, als zu manch anderen Bildern, welche wir in den letzten Jahren gemacht haben. Haare, Ohren und die Luftballons an der Decke. Diese drei Dinge hatte Niamh für immer festgehalten.

„Kann ich noch eins machen?“, fleht sie, als ich ihr die Kamera abnehmen will. Doch bevor ich antworten kann, hat sie das Gerät schnell gedreht und ein Selbstporträt geschossen. Dann erst legt sie das Geschenk beiseite, zieht das Foto heraus und lächelt zufrieden, als die Konturen scharf werden. „Echt jetzt, Mae, das ist sowas von megacool.“

Ihre Begeisterung ist Balsam für meine Seele. Mit jedem „cool“ zeigt sie ihre Lebensfreude. Ich bin richtig gespannt, was sie wohl zu dem nächsten Geschenk sagen wird.

„Noch eins?“, fragt sie, als Oma ihr ein weiteres Päckchen reicht.

„Natürlich, mein Kind. Du musst doch diese wundervollen Bilder sicher verstauen.“ Lächelnd lässt Oma das Geschenk los und Niamh fällt darüber her, wie sie früher sonst nur über Milchschnitten hergefallen ist.

„Cooool“, sagt sie wieder und zieht das Wort so weit auseinander, dass man denken könnte, es bestehe aus drei Silben. „Das ist so ein richtiges Fotoalbum, nä?“

„Gibt es auch falsche Fotoalben?“, erkundigt sich Oma scherzhaft.

Das Geburtstagskind nimmt Omas Frage gar nicht wahr, denn sie blättert aufgeregt in dem Buch herum und stellt fest, dass es kein ganz normales Fotoalbum ist. „Warum stehen da Felder für Tage und Orte drin? Und auf ganz vielen Seiten fragt das Buch, was am schönsten war.“

Bevor Niamhs Verwirrung zu groß wird, löse ich das Rätsel des Geschenks auf und reiche ihr die Landkarte von Irland.

„Mae, das ist nicht lustig!“, sagt sie streng und wirft einen argwöhnischen Blick auf die zusammengefaltete und mit einer gelben Schleife umwickelten Karte. „Man verpackt keine Geografie-Hausaufgaben als Geschenk. Das ist gemein, voll uncool und überhaupt gar nicht lustig.“

Total verdutzt versuche ich dem Gedankengang meiner Schwester zu folgen. Ich bin so perplex, dass ich nicht antworten kann. Ihr Blick wird düster.

„Das sind keine Hausaufgaben, du verrückte Nudel.“

Ihr Blick verdunkelt sich noch ein bisschen mehr.

Ich löse das Rätsel lieber schnell auf. „Wir beide brechen am Montag nach Irland auf, zu unseren Verwandten in Wicklow. Und da wir ein paar Tage unterwegs sein und in unterschiedlichen Städten schlafen werden, kannst du alles dokumentieren und in dieses Buch kleben und schreiben.“

Niamh macht den Mund auf und schließt ihn wieder. Sie öffnet ihn erneut und schaut von mir zu Oma und wieder zurück. Ich sehe, wie ihr die Bedeutung dieses Geschenks bewusst wird und dann kullern auf einmal dicke Tränen. „Echt jetzt? So ganz ohne Scherz?“, fragt sie mit verweinter Stimme und schnieft, als sie sich mit dem Handrücken über die Nase wischt.

„Echt jetzt“, sage ich.

„Und ganz ohne Scherz“, ergänzt Oma.

„Diesen Montag? Also in drei Tagen?“, versichert sich Niamh flüsternd.

„Ja, du und ich. Wir übernachten am Montagabend in Rotterdam.“

„Das in den Niederlanden?“, fragte sie ungläubig und hibbelig zugleich.

Geografie ist ihr Lieblingsfach und natürlich weiß sie ganz genau, dass es nur ein Rotterdam gibt.

„Nein, das in Afrika, du Nasenbär.“

Sie zieht eine Schippe, doch das aufgeregte Funkeln in ihren grünen Augen bleibt.

„Montagabend in Rotterdam. Dienstag und Mittwoch in London, am Donnerstag besuchen wir Glasgow, dann eine Nacht in Inverness bei Loch Ness und am Samstag sind wir dann in Belfast. Am Sonntag fahren wir durch Dublin nach Wicklow. Wir schlafen bei Tante Grace und Onkel Dylan und am Montagmorgen bringe ich dich nach Dublin zurück ins Krankenhaus und dort geht deine Behandlung weiter.“

„Ich bekomme wirklich eine Krankenhauspause von euch geschenkt? Was hat Professor Sackenschmitt denn dazu gesagt? Ihr könnt das doch nicht einfach so entscheiden. Was, wenn es schlimmer wird? Was ist, wenn ich unterwegs sterbe?“ Niamh erschlägt mich beinahe mit ihrer Anzahl an Fragen und mit ihrer Schnelligkeit, mit der sie sie stellt.

„Ich habe dazu gesagt, dass ich nicht begeistert bin, du jedoch für eine einwöchige Reise stabil genug bist und sich das Gesundheitsrisiko in Grenzen hält“, hören wir eine männliche Stimme. Professor Sackenschmitt steht plötzlich in der Tür und zerstreut Niamhs Sorgen. Er lächelt sogar.

Ich bin geschockt, überrascht, geplättet und vollkommen verwirrt. Ein lächelnder Herr Professor. Was für ein wertvolles Geschenk für meine kleine Schwester.

„Das heißt, ich darf wirklich?“, hoffnungsvoll schaut sie zu ihm auf.

„Ja, du darfst“, bestätigt der Professor, schiebt die Aschenbecherbrille wieder an ihren angestammten Platz zurück und lächelt erneut.

„Jeah, Roadtrip, ich komme!“ In Siegerpose stößt Niamh ihre kleine Faust in die Luft, springt auf, krallt sich die Kamera und knipst.


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Julia Bohndorf wurde 1984 in Leipzig geboren und verließ ihre Heimatstadt kurz nach der Ausbildung. Es zog sie ins Weserbergland, wo sie auch heute noch arbeitet und ihren Mann kennenlernte. Mitte 2012 startete sie die ersten Schreibversuche und ist seitdem süchtig nach dem vertrauten Klicken der Laptoptastatur. Dabei entsteht humorvolle Fantasyromantik oder auch mal romatischer Humor oder eben ein Herzensbuch mit einem schwerem Thema und einem Hauch Fantasy.

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