Thriller Autorin Caroline de Vries über ihr neues E-Book

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Caroline de Vries in Kiew

Worum geht es in deinem neuen E-Book Kiew Contract – Im Namen meines Vaters?

Für die junge Journalistin Katharina geht es um die Frage, wofür es sich im Leben zu kämpfen lohnt. Gibt es Situationen, in denen sie ihre persönlichen Befindlichkeiten zugunsten einer größeren Sache zurückstellen, vielleicht sogar ihr Leben aufs Spiel setzen muss? Im Hintergrund spielen Korruption und Politik eine Rolle, aber auch Liebe, Zusammenhalt und Vertrauen.

 

Wie lange hast du daran gearbeitet?

Mehrere Jahre, aber das liegt daran, dass ich das Buch wegen anderer Tätigkeiten nur ab und zu im Urlaub weitergeschrieben habe.

 

Wie ist die Idee zu deinem E-Book entstanden? Gab es eine Art Initialerlebnis?

Ein Freund von mir ging damals in die Ukraine, als politischer Berater. Das hat mich animiert, mich mit dem Land auseinanderzusetzen und später auch dort Journalistentrainings zu geben.

 

Was reizte dich daran, Katharina Iswestjas Geschichte zu schreiben?

Mir macht schreiben einfach Spaß, so wie andere Fußball gucken oder Doppelkopf spielen.

 

Du bist selbst Journalistin – Wie viel von dir und deinen persönlichen Erfahrungen steckt in Reporterin Katharina?

Als Journalist ist man oft frustriert, wenn man Dinge weiß oder ahnt, sie aber nicht so gerichtsfest belegen kann, dass man sie veröffentlichen kann. Die Ereignisse und Personen in Kiew Contract sind alle fiktiv, aber die Umstände sind so wie beschrieben.

 

Wie sah die Recherchearbeit für dein E-Book aus?

Ich war vor Ort und habe mit vielen Journalisten und Fachleuten gesprochen, mich mit dem Phänomen Korruption auseinandergesetzt und viel zu den Themen Ukraine, Oligarchen und Medien gelesen.

  

Das Image der Medien ist derzeit ja angekratzt (Fake-News, „Medienmanipulation“ etc.). Ist Kiew Contract ein Plädoyer für die Wichtigkeit von guten Journalismus?

Als ich das Buch schrieb, war das noch gar nicht so aktuell. Ich finde guten Journalismus seit jeher wichtig und ärgere mich sehr darüber, dass viele Menschen jetzt irgendwelchen Verschwörungstheoretikern glauben. Natürlich gibt es gute und schlechte Journalisten. Aber mit ein wenig Verstand kann man die unterscheiden. Was mir auffällt ist, dass in Ländern, in denen es keine gute Regierung gibt, die Menschen Medien und gute Berichterstattung sehr schätzen.

 

Was war das spannendste Erlebnis in deiner journalistischen Laufbahn?

Da gibt es viele. Die Begegnung mit beeindruckenden Persönlichkeiten in Afrika, kleine berührende Dinge, Reisen in wilde Gegenden.

Dazu gehört bestimmt der Besuch der African Leadership Academy, in der junge hochbegabte Afrikaner mit Hilfe von Stipendien ausgebildet werden. Ich war schwer beeindruckt von ihrer extremen Scharfsinnigkeit und dem hohen moralischen Niveau, auf dem diese 17-jährigen sich bewegten. Bei dem Unterricht hätten deutsche Abiturienten nicht mithalten können. Begegnungen mit Menschen in Afrika, die unter so harten Bedingungen überleben und dann nach Hause kommen in unsere gegen alles versicherte Gesellschaft ist immer wieder ein Erlebnis.

Auch Interviews mit Flüchtlingen in der Ostukraine, Flüchtlinge von beiden Seiten, die ähnliches Leid erlitten haben und doch auf verfeindeten Seiten stehen.

 

Du gibst Lehrveranstaltungen für NGOs im Bereich Nachhaltigkeit und Entwicklungshilfe, außerdem bist du im Vorstand für die Aus- und Weiterbildung des „Netzwerk Weitblick e.V.“ – kannst du uns etwas darüber erzählen?

Ich setze mich mit meinen Mitteln für eine bessere und gerechtere Welt ein. Ich möchte Menschen zum Nachdenken, Handeln und Verantwortung übernehmen anregen.

 

Welche Projekte planst du für die Zukunft?

Aufräumen. Alles andere lasse ich auf mich zukommen.

 

Was liest du selbst gerne?

Gut geschriebene Bücher mit interessanten Gedanken, die meinen Horizont erweitern.

 

Welche anderen Autoren magst du?

Ross Thomas, Jonathan Safran Foer, Richard Powers, Schiller, Henning Mankell, Chimamanda Ngozi Adiche und viele andere mehr.

 

Hast du ein Lieblingsbuch?

Der Klang der Zeit von Richerd Powers, Alles ist erleuchtet von Jonathan Safran Foer und Die Entdeckung des Himmels von Harry Mulisch.

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Caroline de Vries ist das Pseudonym einer Hamburger Journalistin. 1963 in Friesland geboren, verbrachte sie mehrere Jahre auf der Suche nach dem Sinn des Lebens in Frankreich und im südlichen Afrika. Ihre ersten Schreiberfahrungen sammelte sie dabei mit Vorläufern der heutigen Blogs: Tagebuchartige Briefe an Freunde über ihr Leben als Blondine an der Cote d’Azur und über Begegnungen mit Freiheitskämpfern und Söldnern in Namibia.

Hier geht’s zur Leseprobe von Caroline de Vries‘ neuem E-Book Kiew Contract – Im Namen meines Vaters.