Dorit David im Interview

Dorit DavidDu schreibst und illustrierst Bücher – machst du eines von beidem lieber?

Ich liebe den Wechsel. Nicht nur zwischen dem Schreiben und dem Zeichnen – auch zwischen Auftritt und Unterricht. Zwischen Steuererklärung und Tango. Zwischen Highheels und Hausschlappen. Zwischen Arte und RTL.

Im Prinzip aber ist es egal was ich tue, denn: Ob ich zeichne, spiele, schreibe oder tanze – ich will damit nur eins, Geschichten erzählen.

 

Wie versetzt du dich in die richtige Stimmung zum Schreiben?

Ich „versetze“ mich nicht. Ich „setze“ mich hin. Meistens morgens ab 10:00 Uhr und schreibe los. Ich weiß, dass ich nur maximal 3 Stunden am Computer sitzen kann. Dieses enge Zeitfenster muss ich nutzen.

 

Wie bist du überhaupt zum Schreiben / zum Illustrieren gekommen?

Schreiben habe ich in der ersten Klasse gelernt. In der dritten wollte ich dann Kinderbuchillustratorin werden. Ich habe lange geglaubt, keine Chance zu haben. Der Buchmarkt ist riesig. Autoren und Illustratoren drängeln sich. Dann hat mich eine Workshop-Leiterin (selbst Autorin) ermuntert, es bei einem Verlag zu versuchen. So begann ich meine Buchideen zu versenden. Unermüdlich, stetig, geduldig und über lange Zeiträume. Aber ich habe nie so ausschließlich mein Herz an die Hoffnung eines positiven Bescheides gehängt, dass mich die zahllosen Absagen wirklich bis ins Mark getroffen hätten. Ich habe sie gesammelt und in einem Ordner abgeheftet. Manchmal blättere ich versonnen darin herum.

Schließlich hat es geklappt und ich habe meine Füße in die Türen einiger Verlage (Querverlag, Synergia Verlag, konkursbuch Verlag und dp DIGITAL PUBLISHERS) bekommen. In dieser Zeit bin ich auch Mitglied im gemeinnützigen Verein 42erAutoren e.V. geworden und habe dort sehr viel Hilfe und Unterstützung erfahren.

 

Welche Projekte planst du für die Zukunft?

Den zweiten Teil der Schwarzlichtnummer (Burlesque-Auftritt).
Meine Schubladenprojekte ans Licht zu bringen (Bücher).
Theater- und Workshop-Arbeit.

 

Was liest du selbst gerne?

Morgens lese ich immer die Zeitung von gestern, vorgestern oder von vorletzter Woche – dann sieht man immer, wie viel Prozent Spekulation eigentlich in den Beiträgen steht und wieviel Vermutung. Es ist hochinteressant was letztlich wirklich eingetreten oder herausgekommen ist. Und es relativiert viel von der Aufregung und zeigt den Unterschied zwischen Meinungen und Tatsachen.

Des Weiteren warten in meinem Tolino noch 50 graue Schatten auf mich. Mir wurde gesagt, meine erotischen Geschichten seien nicht wirklich erotische Geschichten. Also werde ich mich fortbilden. Eins aber habe ich schon begriffen:

  1. Mehr Körperteile.
  2. Wenigstens einen Akt zu Ende beschreiben
  3. die „sch*** Realität“ draußen lassen… 😉

Aber ich bin nun mal auch Clownin, mache Comedy und Unterhaltung, da fällt es mir schwer, nur bei der reinen Erotik zu bleiben ohne etwas Anderes einzubringen, was die Sache bricht oder den Leser überrascht oder einen Kontrapunkt setzt. Vielleicht ist das der Grund, weshalb ich Burlesque so reizvoll finde: Erotik und Comedy und Clownerie unter einem Hut.

 

Hast du ein Lieblingsbuch?

Zu viele. Aber eins begleitet mich schon fast 30 Jahre: Die unendliche Geschichte von Michael Ende.

 

Was tust du, wenn du nicht am Schreiben / Illustrieren bist?

Lebenserhaltenden Dinge verrichten.
Und zu guter Letzt: Improvisationstheater spielen und unterrichten.
Eine Leidenschaft, die mich über 20 Jahre begleitet und die zu meiner Arbeit geworden ist.
Näheres gibt es hier:
Spielweiber = https://321los.jimdo.com/
Hannover98 = http://www.hannover98.de/

 

Dorit David – Speck zu Gold

Dorit David wurde 1968 in Schwedt/Oder geboren. 1992 zieht sie nach Hannover, um sich dort einer „unordentliche Ausbildung“ zur staatlich anerkannten Clownin zu unterziehen. Als Künstlerin beginnt sie spontan Geschichten zu erfinden. Sowohl auf der Bühne als auch am Schreibtisch. Sie hat bis heute nicht damit aufgehört. Dorit David über Speck zu Gold und Burlesque.

Hier geht’s zu ihrem E-Book.