Ursula Großmann im Interview

Ursula GroßmannWas bedeutet dein Buch Schwärzer als Weiß für dich?

Es ist mein zweites Werk, in dem ich zwischenmenschliche Beziehungen darstellen wollte, die sich zur wahren Tragödie entwickeln, heraufbeschworen durch Ignoranz und fehlende Empathie, Missverständnisse und tragische Irrtümer.

Wichtig war für mich dabei das Hervorheben der psychologischen Dimension – welche Faktoren Einfluss darauf haben, wie der Mensch sich ändert und zu dem wird, was er ist.

Wie lange hast du daran gearbeitet?

Die reine Arbeitszeit, inklusive aller Änderungen, umfasst ca. 1 ½ Jahre.

Wie kamst du auf die Idee?

Beim Gedanken an meine seltenen Klassen- bzw. Klassenstufentreffen, die ich immer als sehr interessant empfand, kam mir die Idee, dies als Ausgangssituation für einen Psychothriller zu nehmen. Nach dem Schulabschluss verliert man sich mehr oder weniger aus den Augen, jeder durchläuft seinen eigenen Entwicklungsprozess, aber dennoch bleiben Grundzüge des Charakters bestehen. Die Idee war, zu zeigen, dass trotz räumlicher und zeitlicher Distanz niemand der Vergangenheit entgehen kann und  sogar zuweilen von ihr gnadenlos eingeholt wird. Fehltritte, die verzweifelt zu verdrängen versucht wurden, können sich in der Gegenwart bitter rächen.

Worum geht es in deinem Buch?

In Schwärzer als Weiß geht es vordergründig um eine schwierige Liebesbeziehung, die auf Grund von Geschehnissen in der Vergangenheit und schicksalhaften Begegnungen in der Gegenwart einen folgenschweren Verlauf nimmt und sich zum tödlichen Drama entwickelt.

Was reizt dich daran, Thriller zu schreiben?

Mein Anliegen ist, die Leser mit einer spannenden Geschichte, in die man eintauchen, mitleben und dabei den Alltag für eine Weile vergessen kann, zu unterhalten.

Was macht eine spannende Szene für dich aus?

Es ist die Situation, in der der/die Protagonist/in in eine schier ausweglose Situation gerät und der Leser diese Szene beinahe körperlich erleben und mitfiebern kann.

Kriegst du manchmal während des Schreibens Gänsehaut?

Wenn ich in eine spannende Szene eintauche, ist das Erleben ziemlich nah, wobei aufgrund des Schreibprozesses immer auch eine gewisse Distanz gewahrt bleibt.

Blutige Szenen könnte ich allerdings nicht detailliert beschreiben ohne unschöne Emotionen meinerseits hervorzurufen. Das ist auch der Grund, weshalb ich psychologische Geschichten favorisiere.

Welche Projekte planst Du für die Zukunft?

Es würde mich reizen, vielleicht auch einmal einen Liebesroman zu schreiben.

Mein neues Werk geht jedoch zunächst erneut in Richtung Spannungsroman.

Was liest Du selbst gerne?

Ich las früher gerne klassische Literatur: Tolstoi, Flaubert, Böll, Stefan Zweig, Daphne du Maurier etc. Heute lese ich, sofern es die Zeit zulässt, auch gerne zeitgenössische Krimis und Thriller aus dem Genre Spannungsroman, zum Beispiel Petra Hammesfahr.

Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Schon während meiner Jugendzeit habe ich Geschichten verfasst und meiner Freundin vorgelesen. Leider fehlte es danach an Zeit, meine Leidenschaft auszuleben.

Erst später habe ich meinen Traum verwirklicht und meinen ersten „richtigen“ Roman Am Ende das Nichts geschrieben.

Ursula Großmann – Schwärzer als Weiß

Ursula Großmann, aufgewachsen in der Dreiflüssestadt Passau, war bereits in ihrer Jugendzeit der Leidenschaft für Literatur und die Kunst des Schreibens verfallen. 2012 setzte die studierte Pädagogin ihren Traum in die Tat um und verfasste ihr erstes Werk Am Ende das Nichts.

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